Frühes Universum
Euclid entdeckt die ältesten bekannten Quasare des Universums

Das Weltraumteleskop hat 31 Quasare aus der Kinderstube des Kosmos aufgespürt, angetrieben von supermassereichen Schwarzen Löchern, zwei davon älter als jeder zuvor bekannte Quasar.
Das europäische Weltraumteleskop Euclid hat 31 der ältesten bekannten Quasare aufgespürt, darunter die beiden bislang frühesten je entdeckten Exemplare. Die Objekte EUCL J172902.75+641018.1 und EUCL J125308.55+705432.3 liegen mit einer Rotverschiebung von 7,77 beziehungsweise 7,69 mehr als 13 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. Ihr Licht machte sich auf den Weg, als das Universum erst 670 Millionen Jahre alt war, gerade einmal fünf Prozent seines heutigen Alters.
Quasare sind die extrem hellen Zentren aktiver Galaxien. Angetrieben werden sie von supermassereichen Schwarzen Löchern, die Materie aus ihrer Umgebung verschlingen und dabei gewaltige Mengen an Strahlung freisetzen. Die neu entdeckten Objekte leuchteten mit der Helligkeit von einer Billion Sonnen. Dass solche Giganten schon so kurz nach dem Urknall existierten, zählt zu den großen ungelösten Rätseln der Astrophysik, denn es ist unklar, wie Schwarze Löcher in derart kurzer Zeit so massereich werden konnten.
Das Euclid-Team fand die 31 Quasare im Rahmen der Euclid Wide Survey, die nach ihrem Abschluss mehr als ein Drittel des gesamten Himmels abdecken soll. Die Durchmusterung läuft derzeit noch. Zwölf der Objekte weisen eine Rotverschiebung von mindestens 7 auf und stammen damit aus den ersten 770 Millionen Jahren der kosmischen Geschichte. Allein dieser Fund verdoppelt mehr als die Zahl der bekannten derart frühen Quasare. Frühere Durchmusterungen hatten mehr als ein Jahrzehnt gebraucht, um die ersten rund zehn Quasare mit einer Rotverschiebung über 7 aufzuspüren, Euclid übertraf diese Zahl bereits innerhalb eines einzigen Jahres.
Ein Teil der Funde ist bereits unabhängig bestätigt: Das Keck-Observatorium auf Hawaii überprüft die Kandidaten spektroskopisch und hat bislang 21 der 31 Quasare verifiziert. „Diese frühen Quasare stammen aus der Kinderstube des Universums. Wenn wir sie finden und untersuchen, können wir besser verstehen, wie diese gewaltigen Systeme entstanden sind und so schnell gewachsen sind, eines der größten Rätsel der Astrophysik“, sagt Leitautor Daming Yang von der Universität Leiden in den Niederlanden. „Euclid ist ein echter Wendepunkt. Vorher konnten wir nur eine Handvoll der allerhellsten frühen Quasare finden, aber Euclid erlaubt es uns, weit effizienter über riesige Himmelsflächen zu suchen und dabei auch viel schwächeres Licht einzufangen.“
Der ESA-Forschungsstipendiat Antonio La Marca ordnet den Fund als methodischen Durchbruch ein: „Dieser Fund verdoppelt mehr als die Zahl der Quasare, die wir aus dieser frühen Zeit kennen. Das Euclid-Team hat zum ersten Mal eine echte Volkszählung der Quasare am Anbeginn des Universums vorgenommen.“ Für Valeria Pettorino, ESA-Projektwissenschaftlerin für Euclid, sind die Objekte vor allem eines: Zeitmaschinen. „Alte Quasare sind seltene Entdeckungen. Sie sind an sich schon interessant, aber auch Zeitmaschinen, die es uns erlauben, das frühe Universum zu erforschen und zu verstehen, wie die erste Generation von Galaxien entstanden ist.“ Die Ergebnisse erschienen am 6. Juli 2026 im Fachjournal Astronomy & Astrophysics. An der Auswertung der Euclid-Daten arbeiten mehr als 2.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus rund 300 Instituten in 15 europäischen Ländern sowie in den USA, Kanada und Japan.
- 31 neue Quasare entdeckt, zwei davon die ältesten je gefundenen (Rotverschiebung 7,77 und 7,69)
- Objekte liegen über 13 Milliarden Lichtjahre entfernt, ihr Licht startete 670 Millionen Jahre nach dem Urknall
- Fund verdoppelt mehr als die Zahl bekannter derart früher Quasare, Euclid übertraf diese Zahl schon in einem einzigen Jahr; frühere Durchmusterungen brauchten dafür über ein Jahrzehnt
- Keck-Observatorium hat bereits 21 der 31 Quasare spektroskopisch bestätigt
- ESA - Euclid discovers the most ancient quasars in the UniversePrimärquelle
- Yang et al., 'Euclid: Discovery of 31 new quasars at 6.6 < z < 7.8', Astronomy & Astrophysics 711, A104 (2026), DOI 10.1051/0004-6361/202658883Primärquelle
- phys.org: Euclid discovers the most ancient quasars in the universe
- EarthSky: Most ancient quasars, most distant, found by Euclid
Wie diese Meldung entstanden ist: Recherchiert und geschrieben mit KI-Unterstützung auf Grundlage der oben genannten Quellen, anschließend automatisiert gegen die Originalquellen geprüft und überarbeitet. Redaktionell verantwortlich: Sirwan Aminy.