Teleskope
Weltgrößte Digitalkamera startet zehnjährige Himmelsdurchmusterung

Das Vera-C.-Rubin-Observatorium in Chile hat mit seiner 3.200-Megapixel-Kamera offiziell die zehnjährige Legacy Survey of Space and Time gestartet und dabei schon in der Testphase über 11.000 neue Asteroiden aufgespürt.
Am 30. Juni 2026 hat das Vera-C.-Rubin-Observatorium auf einem Berggipfel in Chile offiziell mit der Legacy Survey of Space and Time (LSST) begonnen, einer zehnjährigen Durchmusterung des gesamten sichtbaren Nachthimmels der Südhalbkugel. Herzstück ist die größte je gebaute Digitalkamera mit 3.200 Megapixeln: Sie fotografiert den Himmel alle rund 40 Sekunden neu und liefert damit etwa 1.000 Aufnahmen pro Nacht. Betrieben wird das Observatorium gemeinsam von der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF) und dem Energieministerium der USA (DOE); operativ verantwortlich sind NSF NOIRLab und das SLAC National Accelerator Laboratory des DOE, das Management obliegt der Association of Universities for Research in Astronomy (AURA).
Über die geplante Laufzeit von zehn Jahren soll jeder Punkt am Himmel im Schnitt rund 800 Mal beobachtet werden. Pro Nacht fallen dabei etwa 10 Terabyte an Rohdaten an, und das automatisierte Auswertungssystem verschickt bis zu 7 Millionen Alarm-Meldungen pro Nacht an andere Teleskope und Instrumente weltweit, damit diese besonders interessante Himmelsereignisse, etwa Supernovae oder sich schnell bewegende Objekte, sofort nachbeobachten können.
Noch vor dem offiziellen Start der Durchmusterung lieferte die Testphase des Systems erste Resultate: Rubin identifizierte dabei bereits mehr als 11.000 neue Asteroiden, darunter 33 erdnahe Objekte und 380 Objekte jenseits der Neptunbahn, sogenannte transneptunische Objekte.
Mit den gesammelten Daten wollen die beteiligten Forschungsteams unter anderem der Dunklen Energie und der Dunklen Materie auf die Spur kommen, Supernovae und Pulsare systematisch erfassen sowie die Entwicklung von Galaxien und die sogenannte Multi-Messenger-Astronomie vorantreiben, bei der Beobachtungen mit Licht, Gravitationswellen und kosmischer Strahlung kombiniert werden. Auch eine umfassende Vermessung des Sonnensystems, von Asteroiden bis zu fernen Kleinkörpern, gehört zu den Zielen.
Bis zur Betriebsbereitschaft vergingen rund 20 Jahre Entwicklungszeit, wie Phil Marshall, stellvertretender Betriebsdirektor am SLAC, betonte. LSST-Programmleiter Željko Ivezić erklärte, die Entscheidung zum offiziellen Start sei nach einer Phase der Systemoptimierung und einer sorgfältigen Prüfung der technischen Einsatzbereitschaft gefallen. Ausschlaggebend seien Bildqualität, effektive Durchmusterungsgeschwindigkeit, Systemverfügbarkeit und -zuverlässigkeit sowie die Genauigkeit der Kalibrierung gewesen. Rubin-Observatoriumsdirektor Bob Blum bezeichnete die Inbetriebnahme nach mehr als zwei Jahrzehnten Teamarbeit als „großartig und demütigend zugleich". Das Observatorium sei für alle gemacht, so Blum, und die Durchmusterung werde verändern, wie Astronomie und Astrophysik betrieben werden, sodass Forschende überall an vorderster Wissenschaft teilhaben könnten.
- 3.200-Megapixel-Kamera fotografiert den Himmel alle 40 Sekunden, rund 1.000 Aufnahmen pro Nacht
- Zehnjährige Durchmusterung: jeder Himmelspunkt wird im Schnitt rund 800 Mal beobachtet
- Bereits in der Testphase über 11.000 neue Asteroiden entdeckt, darunter 33 erdnahe Objekte und 380 transneptunische Objekte
- Bis zu 7 Millionen automatisierte Alarm-Meldungen pro Nacht an Teleskope weltweit
- Gemeinschaftsprojekt von NSF und US-Energieministerium, rund 20 Jahre Entwicklungszeit bis zur Inbetriebnahme
Wie diese Meldung entstanden ist: Recherchiert und geschrieben mit KI-Unterstützung auf Grundlage der oben genannten Quellen, anschließend automatisiert gegen die Originalquellen geprüft und überarbeitet. Redaktionell verantwortlich: Sirwan Aminy.