Sterne
Bislang stärkster Beweis für Begleitstern von Betelgeuse

Ein Team um den Astronomen Miguel Montarges hat mit dem Very Large Telescope das schaerfste Bild des seit fast hundert Jahren vermuteten Begleiters von Betelgeuse aufgenommen - und ist ueberrascht von dessen Masse.
Ein internationales Team um den franzoesischen Astronomen Miguel Montarges vom Observatoire de Paris - PSL hat mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europaeischen Suedsternwarte (ESO) in der chilenischen Atacama-Wueste das bislang schaerfste Bild des seit langem vermuteten Begleitsterns von Betelgeuse aufgenommen. Die Aufnahme liefert nach Angaben der ESO die staerksten Belege bisher dafuer, dass der roetliche Ueberriese im Sternbild Orion tatsaechlich nicht allein ist, sondern von einem schwach leuchtenden Begleitstern umkreist wird, der inzwischen den informellen Namen Betelgeuse B traegt. Die zugrunde liegende Studie ist am 28. Juli 2026 in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics erschienen.
Betelgeuse zaehlt zu den bekanntesten und am laengsten beobachteten Sternen am Nachthimmel und wird bereits seit Jahrtausenden von Menschen registriert. Schon vor rund hundert Jahren fuehrten Astronomen die auffaelligen Helligkeitsschwankungen des Sterns erstmals auf einen moeglichen Begleiter zurueck, ohne dass sich diese Vermutung in der Folge zweifelsfrei belegen liess. Ein erster moeglicher Hinweis gelang zuvor bereits mit dem Gemini-North-Teleskop auf Hawaii, blieb aber deutlich schwaecher als die nun vorgelegte Aufnahme.
Den Ausschlag fuer die neue Beobachtung gaben zwei im Jahr 2024 veroeffentlichte Studien, die vorhersagten, dass der Begleiter im Dezember 2024 den groessten Abstand zu Betelgeuse erreichen und damit leichter zu erkennen sein wuerde. Das Team nutzte daraufhin das Instrument SPHERE am VLT, das auf die direkte Abbildung lichtschwacher Objekte in unmittelbarer Naehe sehr heller Sterne spezialisiert ist, um genau in diesem Zeitfenster zu beobachten.
Die Auswertung ueberraschte die Forscher selbst: Urspruenglich war Betelgeuse B auf etwa eine Sonnenmasse geschaetzt worden, die neuen Daten deuten nun auf zwei bis drei Sonnenmassen hin. Erst diese hoehere Masse und die damit verbundene groessere Helligkeit machten die direkte Abbildung des Begleiters ueberhaupt moeglich. Montarges beschreibt seine Reaktion auf die ersten verarbeiteten Aufnahmen so: "Ich bin vom Stuhl gesprungen, als ich die verarbeiteten Bilder sah."
Ganz sicher ist die Sache aus Sicht des Forschungsteams allerdings noch nicht. Um zweifelsfrei zu bestaetigen, dass es sich tatsaechlich um denselben Begleiter handelt, wollen die Astronomen ihn in etwa einem Jahr erneut beobachten, wenn er auf der gegenueberliegenden Seite von Betelgeuse stehen sollte. Bis dahin bleibt es bei der vorsichtigen Einordnung als bislang staerkstes, aber noch nicht endgueltiges Indiz.
Bemerkenswert ist der Fund aus Sicht der beteiligten Forscher vor allem deshalb, weil Betelgeuse zu den gruendlichsten untersuchten Sternen ueberhaupt zaehlt und ein masse- und leuchtkraeftiger Begleiter in unmittelbarer Naehe dennoch so lange unentdeckt bleiben konnte. Neben Montarges waren unter anderem Anthony Boccaletti, Pierre Kervella und weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Observatoire de Paris - PSL sowie internationaler Partnerinstitute an der Arbeit beteiligt.
- VLT/SPHERE liefert das bislang schaerfste Bild von Betelgeuse B, dem vermuteten Begleitstern des Roten Ueberriesen
- Begleiter deutlich massereicher als gedacht: 2 bis 3 statt rund 1 Sonnenmasse
- Beobachtung im Dezember 2024 zum vorhergesagten Zeitpunkt der groessten Distanz zu Betelgeuse
- Endgueltige Bestaetigung erst durch eine weitere Beobachtung in rund einem Jahr erwartet
- Studie erschienen am 28. Juli 2026 in Astronomy & Astrophysics
Wie diese Meldung entstanden ist: Recherchiert und geschrieben mit KI-Unterstützung auf Grundlage der oben genannten Quellen, anschließend automatisiert gegen die Originalquellen geprüft und überarbeitet. Redaktionell verantwortlich: Sirwan Aminy.