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Wiederverwendbare Rakete Themis probt Countdown in der Arktis

Raketentechnik

Wiederverwendbare Rakete Themis probt Countdown in der Arktis

30.07.2026
Wiederverwendbare Rakete Themis probt Countdown in der Arktis
Bild: ESA · CC BY-SA 3.0 IGO

Der europäische Demonstrator für eine wiederverwendbare erste Raketenstufe hat am Esrange Space Center in Nordschweden eine komplette Countdown-Generalprobe unter kryogenen Bedingungen absolviert, ein Termin für den ersten echten Flug mit Landeversuch steht aber noch nicht fest.

Der europäische Raketendemonstrator Themis hat am 23. Juli 2026 eine vollständige Generalprobe seiner Startchronologie absolviert. Am Esrange Space Center im nordschwedischen Kiruna durchliefen die Teams einen kompletten Countdown-Tag mit flüssigem Stickstoff statt echtem Treibstoff, eine sogenannte Wet Dress Rehearsal. Es ist der nächste Schritt auf dem Weg zum ersten Flugtest mit Landeversuch, den Koordinator ArianeGroup im Rahmen des EU-Programms SALTO anstrebt.

Bei dem Test wurden Temperaturen von bis zu minus 200 Grad Celsius simuliert, um die realen Bedingungen beim Betanken mit flüssigem Sauerstoff und flüssigem Methan nachzustellen. Statt der echten, brennbaren Treibstoffe kam flüssiger Stickstoff zum Einsatz. Geprüft wurden sowohl die Startvorbereitung als auch die Abläufe nach einem simulierten Start, etwa das sichere Entleeren und Drucklosmachen der Tanks. Laut ArianeGroup zog sich die gesamte Prozedur über einen vollen Tag.

Themis ist ein verkleinerter Demonstrator für eine wiederverwendbare erste Raketenstufe: 28 Meter hoch, 3,5 Meter im Durchmesser und ausgelegt auf eine Landegenauigkeit von 20 mal 20 Metern, wie die europäische Raumfahrtagentur ESA angibt, die das Projekt mitträgt. Die Testversion T1H wird von einem Prometheus-Triebwerk mit rund 120 Tonnen Schubkraft (etwa 1.177 Kilonewton) angetrieben, das mit flüssigem Sauerstoff und Methan arbeitet und mehrfach gezündet werden kann. Spätere Versionen der Stufe sollen mit drei Prometheus-Triebwerken fliegen; das Triebwerk selbst wurde laut ESA Ende 2022 erstmals gezündet, ein genaues Datum lässt sich aus den öffentlich verfügbaren Quellen nicht zweifelsfrei bestimmen.

Themis ist Teil des EU-Programms SALTO, ausgeschrieben reuSable strAtegic space Launcher Technologies & Operations. Es wird von der Europäischen Union finanziert, von der EU-Agentur HaDEA umgesetzt und von ArianeGroup koordiniert. Laut ArianeGroup sind insgesamt 25 Partner aus 12 EU-Ländern beteiligt. Am umfassenderen Themis-Projekt wirken laut ESA unter anderem das schwedische Raumfahrtunternehmen SSC, das auch das Esrange Space Center betreibt, die Firmen Almatech und SABCA sowie die französische Raumfahrtagentur CNES mit. Zusätzlich unterstützen acht ESA-Mitgliedstaaten das Themis-Projekt: Belgien, die Schweiz, Spanien, Frankreich, Ungarn, die Niederlande, Polen und Schweden.

Für den ersten echten Flugversuch mit Treibstoff und Landeversuch nennt ArianeGroup noch keinen Termin, die Teams arbeiteten zum Zeitpunkt der Mitteilung erst an der Festlegung des Zeitfensters für den nächsten Test. Zur Einordnung: Europa hat bislang keinen eigenen, geglückten Hüpf-Test einer Raketenstufe mit vertikaler Landung vorzuweisen, wie ihn SpaceX seit 2015 mit der Falcon 9 routinemäßig durchführt. Mit 2.000 Kilogramm Nutzlast für die niedrige Erdumlaufbahn ist Themis zudem deutlich kleiner ausgelegt als eine einsatzfähige Trägerrakete, in dieser Phase geht es ausschließlich um den Nachweis der Landetechnologie selbst. Bis zu einer europäischen Rakete mit echter Wiederverwendung im Regelbetrieb dürfte es damit noch Jahre dauern.

Das Wichtigste
  • Generalprobe am 23. Juli 2026 am Esrange Space Center in Nordschweden: kompletter Countdown mit flüssigem Stickstoff statt echtem Treibstoff, simulierte Temperaturen bis minus 200 Grad Celsius
  • Themis: 28 Meter hoch, 3,5 Meter Durchmesser, 2.000 Kilogramm Nutzlast, Landegenauigkeit 20 mal 20 Meter, angetrieben vom Prometheus-Triebwerk mit rund 120 Tonnen Schub (etwa 1.177 Kilonewton)
  • Programm SALTO: EU-finanziert, laut ArianeGroup 25 Partner aus 12 Ländern, koordiniert von ArianeGroup, Testgelände Esrange wird vom schwedischen Unternehmen SSC betrieben
  • Ein Termin für den ersten echten Flugtest mit Landeversuch steht noch nicht fest

Wie diese Meldung entstanden ist: Recherchiert und geschrieben mit KI-Unterstützung auf Grundlage der oben genannten Quellen, anschließend automatisiert gegen die Originalquellen geprüft und überarbeitet. Redaktionell verantwortlich: Sirwan Aminy.

Stand: 13.08.2026, 01:53 Uhr MESZ · Mars Chroniken Redaktion

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