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Starship-Chronik · Block 2 - Booster 16 / Ship 37
Starship Flug 10: Der Befreiungsschlag
Nach drei Fehlschlägen in Serie und einer Bodenexplosion beweisen Booster 16 und Ship 37 erstmals das komplette Block-2-Flugprofil - von der Nutzlast-Aussetzung bis zur punktgenauen Wasserung
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Flight 10 war der Befreiungsschlag nach dem schwersten Jahr des Starship-Programms: Die drei vorangegangenen Flüge mit dem neuen Block-2-Ship waren allesamt gescheitert, Flight 7 und 8 verloren ihre Schiffe schon im Steigflug, Flight 9 taumelte unkontrolliert in den Wiedereintritt. Dazu explodierte im Juni 2025 das eigentlich vorgesehene Ship 36 bereits am Teststand. Der Druck auf SpaceX war entsprechend hoch, als Booster 16 und Ship 37 am 26. August 2025 von Starbase abhoben.
Der Flug lieferte ein nahezu makelloses Programm ab. Der Booster demonstrierte bei seiner Landebrennung über dem Golf von Mexiko, dass ein absichtlich abgeschaltetes Center-Triebwerk durch ein Reserve-Triebwerk aus dem mittleren Ring ersetzt werden kann, bevor er kontrolliert wasserte statt einen Turmfang zu versuchen. Ship 37 setzte rund 18 Minuten nach dem Start die erste Nutzlast der Starship-Geschichte aus: acht Starlink-Simulatoren mit einer Gesamtmasse von rund 16 Tonnen, verteilt über gut sieben Minuten durch den Pez-Spender-Mechanismus.
Beim Wiedereintritt flog das Schiff einen bewussten Stresstest mit absichtlich entfernten Hitzeschutzkacheln an kritischen Stellen. Eine Verpuffung im Triebwerksraum in rund 90 Kilometern Höhe beschädigte den Heckbereich sichtbar, das Schiff behielt aber die Kontrolle und wasserte nach rund 66 Minuten Flugzeit punktgenau im Indischen Ozean vor Westaustralien - laut SpaceX nur wenige Meter vom Zielpunkt entfernt.
Damit bewies Block 2 zum ersten Mal das komplette Flugprofil vom Start bis zur sanften Wasserung. Flight 10 entstopfte das Programm nach der Krisenserie von 2025 und lieferte die Datenbasis für den Umstieg auf Starship V3.
Alle wesentlichen Testziele erreicht: erste Nutzlast-Aussetzung der Starship-Geschichte, Raptor-Wiederzündung im Vakuum, Engine-Out-Redundanz bei der Booster-Landebrennung und eine punktgenaue Ship-Wasserung trotz absichtlich entfernter Hitzeschildkacheln. Flight 10 beendete die Fehlschlagserie der Flüge 7 bis 9.
- Erste Nutzlast-Aussetzung eines Starship: acht Starlink-Simulatoren (zusammen rund 16 t) über den Pez-Spender-Mechanismus ins All entlassen.
- Wiederzündung eines Raptor-Triebwerks im Vakuum demonstrieren - Voraussetzung für künftige Deorbit-Manöver.
- Booster-Landebrennung mit absichtlich abgeschaltetem Center-Triebwerk: Nachweis, dass ein Reserve-Raptor aus dem mittleren Ring einspringen kann, statt eines Turmfangs kontrollierte Wasserung im Golf von Mexiko.
- Wiedereintritt des Block-2-Ships mit gezielten Hitzeschutz-Stresstests, unter anderem absichtlich entfernten Kacheln an kritischen Stellen.
- Punktgenaue, sanfte Wasserung im Indischen Ozean - der erste komplette Flug eines Block-2-Ships nach drei Fehlschlägen in Folge.
- Nach zwei Verschiebungen (24.08. Leck an einer Sauerstoffleitung der Bodensysteme, 25.08. Gewitterwolken über dem Startgebiet) Liftoff am 26.08.2025 um 23:30 UTC (01:30 MESZ, 27.08.) von Starbase Pad A. Alle 33 Raptor-Triebwerke des Boosters zünden, eines im mittleren Ring fällt nach rund 90 Sekunden aus - die Engine-Out-Reserve fängt das ab.
- Rund T+2:30: Hot Staging - Ship 37 zündet seine sechs Triebwerke noch während der Trennung, Booster 16 dreht in die Boostback-Brennung.
- Booster 16 fliegt statt eines Turmfangs ein Testprogramm über dem Golf von Mexiko: In der Landebrennung wird ein zentrales Raptor absichtlich deaktiviert, ein Reserve-Triebwerk aus dem mittleren Ring übernimmt. Der Booster fängt sich in einem kurzen Schwebeflug über dem Wasser und wassert kontrolliert.
- Rund T+18 Minuten: Die Nutzlastluke öffnet sich, acht Starlink-Simulatoren (zusammen rund 16 t) werden binnen rund sieben Minuten nacheinander ausgesetzt - die erste Nutzlast-Aussetzung der Starship-Geschichte.
- Rund T+38 Minuten: Ein Raptor-Triebwerk zündet kurz im Vakuum - der Nachweis für die Wiederzündung im All.
- Beim Wiedereintritt fliegt Ship 37 einen bewussten Stresstest mit an kritischen Stellen absichtlich entfernten Hitzeschutzkacheln. In rund 90 km Höhe kommt es zu einer Verpuffung im Triebwerksraum (nach SpaceX-Analyse blockierte Vorkühlleitungen), die den Heckbereich sichtbar beschädigt - das Schiff übersteht die heiße Phase und behält die Kontrolle.
- Rund T+1:06:30: Nach Flip-Manöver und Landebrennung wassert Ship 37 punktgenau im Indischen Ozean vor Westaustralien. Danach kippt das Schiff und explodiert erwartungsgemäß - eine Bergung war nie vorgesehen.
Flight 10 markierte die Wende im Starship-Programm: Nach drei Fehlschlägen in Serie mit Block-2-Schiffen (Flight 7, 8 und 9) und einer Bodenexplosion des ursprünglich vorgesehenen Ship 36 bewies dieser Flug erstmals das komplette Flugprofil einer Block-2-Rakete, von der Nutzlast-Aussetzung über die Vakuum-Wiederzündung bis zur Engine-Out-Redundanz am Booster. Die dabei gesammelten Daten bildeten die Grundlage für den Übergang zu Starship V3 und ebneten den Weg für die folgenden Flüge 11 bis 13.
Offizielle Missionsseite bei SpaceX ▸
Quellen
- https://en.wikipedia.org/wiki/Starship_flight_test_10
- https://www.space.com/space-exploration/launches-spacecraft/watch-burnt-and-battered-starship-splash-down-in-indian-ocean-to-wrap-up-historic-flight-10-video-photos
- https://www.teslarati.com/elon-musk-shares-unbelievable-starship-flight-10-landing-feat/
- https://aviationnews.eu/news/2025/08/starship-smashes-it-lands-right-on-target-in-indian-ocean/
- https://www.supercluster.com/launches/starship-super-heavy-flight-test-10