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Starship Flug 6: Der letzte Block-1-Flug beweist die Raptor-ZĂŒndung im All

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Starship-Chronik · B13 / S31 (Block 1)

Starship Flug 6: Der letzte Block-1-Flug beweist die Raptor-ZĂŒndung im All

Booster 13 bricht den zweiten Turmfang ab und wassert kontrolliert im Golf von Mexiko, wĂ€hrend Ship 31 als erstes Starship ein Raptor-Triebwerk im Weltraum neu zĂŒndet - mit einer PlĂŒschbanane als erster offizieller Nutzlast des Programms.

Erfolg19. November 2024
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Beim sechsten integrierten Testflug von Starship gelang SpaceX am 19. November 2024 eine Premiere mit weitreichenden Folgen: Erstmals zĂŒndete ein Raptor-Triebwerk im Weltraum erneut - der Nachweis, dass ein Schiff sich im All gezielt abbremsen und kontrolliert deorbiten kann. Ohne diese FĂ€higkeit gibt es keine echten OrbitalflĂŒge, denn jedes Fahrzeug im Orbit braucht einen Deorbit-Burn, sonst wird es zu unkontrolliertem Weltraumschrott. Booster 13 und Ship 31 starteten von Starbase in Texas, unter den Augen des designierten US-PrĂ€sidenten Donald Trump, der gemeinsam mit Elon Musk vor Ort war.

Der zweite Fangversuch mit den Turmarmen des Startturms, nur fĂŒnf Wochen nach der Premiere bei Flug 5, wurde wĂ€hrend des RĂŒckflugs abgebrochen: Die Funkverbindung zum Turmrechner ging verloren, die automatischen Sicherheitschecks wurden nicht bestanden. Booster 13 wich planmĂ€ĂŸig auf den vorgesehenen Ausweichpunkt aus und wasserte weich im Golf von Mexiko, kippte dort um und brach auseinander - eine Bergung war fĂŒr diesen Fall nicht vorgesehen.

Ship 31 lieferte parallel gleich mehrere Premieren. Neben der Raptor-WiederzĂŒndung testete SpaceX einen bewusst verschĂ€rften Wiedereintritt mit erhöhtem Anstellwinkel und gezielt entfernten Hitzeschutzkacheln, um die Grenzen der Flap-Steuerung auszuloten. Die Wasserung im Indischen Ozean fand nach rund 65 Minuten Flugzeit erstmals bei Tageslicht statt - die Startzeit war absichtlich in den Nachmittag gelegt worden, damit die Kameras das Manöver zum ersten Mal klar zeigen konnten.

Flug 6 war zugleich der letzte Einsatz eines Ships der ersten Generation (Block 1). Ab Flug 7 flog SpaceX mit dem ĂŒberarbeiteten Block 2, einem gestreckten Schiff mit neuen Frontflaps und rund 25 Prozent mehr Treibstoff. Als erste offizielle Nutzlast des Starship-Programms reiste zudem eine PlĂŒschbanane als Zero-G-Indikator mit - eine Anspielung auf das Internet-Meme 'banana for scale'.

Ergebnis

Die Kernziele saßen: erste Raptor-WiederzĂŒndung im All, verschĂ€rfter Wiedereintritts-Stresstest und weiche Wasserung beider Stufen gelangen. Nur der zweite Turmfang wurde aus SicherheitsgrĂŒnden abgebrochen, Booster 13 wich planmĂ€ĂŸig auf eine Wasserung im Golf von Mexiko aus - SpaceX wertete den Flug dennoch als Erfolg.

Die Ziele
  • Zweiter Fangversuch des Super-Heavy-Boosters mit den Turmarmen, nach der Premiere bei Flug 5.
  • Erste WiederzĂŒndung eines Raptor-Triebwerks im Weltraum als Nachweis der Deorbit-FĂ€higkeit fĂŒr kĂŒnftige OrbitalflĂŒge.
  • HĂ€rtetest des Hitzeschilds: gezielt entfernte Kachelabschnitte an Stellen kĂŒnftiger Fang-Hardware, dazu neue sekundĂ€re Schutzmaterialien im Praxistest.
  • Wiedereintritt mit bewusst erhöhtem Anstellwinkel in der Endphase, um die Grenzen der Flap-Steuerung auszuloten.
  • Weiche Wasserung des Ships im Indischen Ozean, mit bewusst in den Nachmittag gelegter Startzeit fĂŒr eine erstmals taghelle Landung.
Der Flugverlauf
  1. 19.11.2024, 22:00 UTC (23:00 MEZ): Liftoff von Pad A in Starbase, alle 33 Raptor-Triebwerke von Booster 13 laufen.
  2. Nach knapp 3 Minuten: Hot Staging - Ship 31 zĂŒndet noch vor der Trennung, B13 dreht und beginnt den Boostback-Burn Richtung KĂŒste.
  3. WĂ€hrend des RĂŒckflugs bricht SpaceX den Turm-Fangversuch ab: Die Funkverbindung zum Turmrechner ist verloren, die automatischen Gesundheitschecks werden nicht bestanden.
  4. Rund T+7 Minuten: B13 wassert nach dem Landungs-Burn weich im Golf von Mexiko, kippt um und bricht auseinander - eine Bergung war nicht vorgesehen.
  5. Bei genau T+37:46 die Premiere des Flugs: Ein Raptor-Triebwerk von Ship 31 zĂŒndet fĂŒr rund 6 Sekunden im Weltraum erneut und hebt den Bahn-Scheitelpunkt von den ursprĂŒnglich geplanten rund 190 auf tatsĂ€chlich rund 228 km an (PerigĂ€um sinkt auf ca. 50 km) - der Nachweis der Deorbit-FĂ€higkeit ist erbracht.
  6. Ab etwa T+47 Minuten Wiedereintritt ĂŒber dem Indischen Ozean, mit bewusst erhöhtem Anstellwinkel und stellenweise entferntem Hitzeschutz als Stresstest.
  7. Nach rund 65 Minuten wassert Ship 31 weich im Indischen Ozean, erstmals bei Tageslicht, und kippt um.
Zahlen und Fakten
Startzeitpunkt19.11.2024, 22:00 UTC (23:00 MEZ)
Flugdauerca. 65 Minuten
Maximale Höheca. 228 km (nach dem Raptor-Relight; ursprĂŒnglich geplant ca. 190 km)
Triebwerke39 Raptor (33 Booster + 6 Ship)
Startschubca. 74.000 kN (rund 7.550 Tonnen-Kraft)
Gesamthöhe des Systemsca. 121 m (Block 1)
Booster-Wasserungca. T+7 min, Golf von Mexiko
Nutzlast1 PlĂŒschbanane (Zero-G-Indikator)
Die Einordnung

Flug 6 markierte einen stillen, aber entscheidenden Wendepunkt im Starship-Programm: Mit der ersten erfolgreichen Raptor-WiederzĂŒndung im All bewies SpaceX die technische Grundlage fĂŒr kĂŒnftige OrbitalflĂŒge und kontrollierte Deorbit-Manöver, ohne die kein Schiff jemals sicher aus dem Orbit zurĂŒckkehren könnte. Dass ausgerechnet der zweite Turmfang misslang, schmĂ€lerte den Erfolg kaum: Der konservative Abbruch bei Kommunikationsverlust zeigte, dass die Sicherheitslogik des Fangsystems griff, statt ein beschĂ€digtes Fahrzeug zu riskieren. Zugleich war Flug 6 der Schlusspunkt der ersten Ship-Generation. Mit dem gestreckten, treibstoffstĂ€rkeren Block 2 ab Flug 7 begann ein neues, anspruchsvolleres Kapitel des Programms - eines, das zunĂ€chst mit einem Fehlschlag startete und zeigte, wie viel technisches Risiko in jedem Architektur-Wechsel steckt.

Offizielle Missionsseite bei SpaceX ▸

Quellen
Stand: 30.07.2026, 14:43 Uhr MESZ · Recherche mit Faktencheck, Quellen je Mission · Mars Chroniken Redaktion