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Starship Flug 9: Wiederverwendung geglückt, beide Stufen verloren

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Starship-Chronik · Block 2 · B14-2 / S35

Starship Flug 9: Wiederverwendung geglückt, beide Stufen verloren

Erster wiederverwendeter Super-Heavy-Booster übersteht den kompletten Aufstieg - Nutzlasttest und Raptor-Relight scheitern trotzdem, dritter Fehlschlag in Folge für Block 2

Fehlschlag27. Mai 2025
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Starship Flug 9 markierte am 27. Mai 2025 zugleich einen Durchbruch und einen Rückschlag: Zum ersten Mal in der Programmgeschichte hob mit Booster B14-2 ein bereits geflogener Super-Heavy-Booster ein zweites Mal ab. B14 hatte im Januar 2025 schon Flug 7 absolviert, 29 seiner 33 Raptor-Triebwerke waren damit flugerprobt. Auf einen Fangversuch verzichtete SpaceX diesmal bewusst - der Booster sollte stattdessen mit erhöhtem Anstellwinkel experimentelle Abstiegsdaten liefern.

Der Aufstieg gelang lupenrein: Alle 33 Triebwerke zündeten, das heiße Staging klappte, und Ship S35 erreichte als erstes Block-2-Schiff überhaupt den planmäßigen Brennschluss auf der suborbitalen Zielbahn. Danach kippte der Flug. Die Nutzlasttür öffnete sich nicht vollständig, sodass die acht mitgeführten Starlink-Simulatoren an Bord blieben - der erste Aussetzversuch der Programmgeschichte scheiterte. Ein Treibstoffleck kostete dem Schiff kurz darauf die Lagekontrolle, die geplante Raptor-Wiederzündung im All wurde gestrichen.

Der Booster war zu diesem Zeitpunkt bereits verloren: Rund sechs Minuten und 20 Sekunden nach dem Start riss der Kontakt während der Landebrennung über dem Golf von Mexiko ab. Das taumelnde Schiff trat unkontrolliert wieder in die Atmosphäre ein und zerbrach nach etwa 46 Flugminuten über dem Indischen Ozean - vorgesehen war die Wasserung erst nach rund 65 Minuten.

Damit war Flug 9 der dritte Totalverlust in Folge für die neue Block-2-Generation, nach den Verlusten von Flug 7 und Flug 8. Der wichtigste Trostpreis des Tages blieb aber bestehen: Der Beweis, dass ein Super Heavy auch im zweiten Einsatz sauber fliegt - das wirtschaftliche Fundament des gesamten Starship-Konzepts.

Ergebnis

Beide Stufen gingen verloren: Der Booster zerbrach bei der experimentellen Landebrennung über dem Golf von Mexiko, das Schiff geriet nach einem Treibstoffleck ins Trudeln und verglühte unkontrolliert über dem Indischen Ozean. Der Nutzlast-Aussetztest und die geplante Raptor-Wiederzündung im All fielen komplett aus. Einziger, aber programmatisch entscheidender Lichtblick: Booster B14-2 absolvierte als erster jemals wiederverwendeter Super-Heavy-Booster den kompletten Aufstieg fehlerfrei - der Beweis, dass die Wiederverwendbarkeit der ersten Stufe funktioniert.

Die Ziele
  • Erste Wiederverwendung eines Super-Heavy-Boosters demonstrieren: B14-2 flog bereits bei Flug 7 im Januar 2025
  • Experimentelle Abstiegsdaten des Boosters sammeln - Rückkehr mit erhöhtem Anstellwinkel, bewusst ohne Fangversuch, Landebrennung über dem Golf
  • Erstmals eine Nutzlast aussetzen: 8 Starlink-Simulatoren über den Dispenser-Mechanismus des Schiffs
  • Eine Raptor-Wiederzündung im All demonstrieren
  • Kontrollierter Wiedereintritt des Block-2-Schiffs mit Hitzeschild-Test und Wasserung im Indischen Ozean
Der Flugverlauf
  1. Start am 27. Mai 2025, 23:36 UTC (28. Mai, 01:36 MESZ) von Starbase, Pad A - alle 33 Raptor-Triebwerke des wiederverwendeten Boosters B14-2 zünden, 29 davon bereits erprobt aus Flug 7
  2. Nach rund 2 Minuten 30 Sekunden gelingt das Hot Staging: Ship S35 zündet seine sechs Triebwerke und trennt sich sauber vom Booster
  3. B14-2 fliegt bewusst keinen Fangversuch, sondern ein Experiment mit erhöhtem Anstellwinkel beim Abstieg, um aerodynamische Grenzdaten zu sammeln
  4. T+6:20: Der Kontakt zum Booster reißt während der Landebrennung über dem Golf von Mexiko ab - B14-2 ist zerstört
  5. S35 erreicht als erstes Block-2-Schiff überhaupt den planmäßigen Brennschluss und damit die suborbitale Zielbahn
  6. Der erste Nutzlast-Aussetzversuch der Programmgeschichte scheitert: Die Dispenser-Tür öffnet nicht vollständig, die 8 Starlink-Simulatoren bleiben an Bord
  7. Ein Treibstoffleck kostet dem Schiff die Lagekontrolle, es gerät ins Trudeln - SpaceX streicht die geplante Raptor-Wiederzündung im All
  8. T+46 Minuten: Der Kontakt zum Schiff bricht ab, der Wiedereintritt verläuft unkontrolliert, S35 zerbricht über dem Indischen Ozean - geplant war die Wasserung nach rund 65 Minuten
Zahlen und Fakten
Startzeitpunkt27. Mai 2025, 23:36 UTC (28. Mai, 01:36 MESZ)
StartplatzStarbase, Texas, Pad A
Flugdauer Schiffca. 46 Minuten bis Kontaktverlust
Flugdauer Boosterca. 6 Minuten 20 Sekunden bis Kontaktverlust
Triebwerke33 Raptor (Booster) + 6 Raptor (Schiff)
Flugerprobte Triebwerke29 der 33 Booster-Raptors flogen zum zweiten Mal
Nutzlast8 Starlink-Simulatoren (nicht ausgesetzt)
Vorflug des BoostersB14 bei Flug 7 (16. Januar 2025)
Die Einordnung

Flug 9 war der dritte Fehlschlag in Folge für die Block-2-Generation von Starship und bestätigte, dass SpaceX nach den Verlusten von Flug 7 und Flug 8 weiterhin mit Zuverlässigkeitsproblemen im All kämpfte, insbesondere bei Treibstofflecks und der Lagekontrolle des Schiffs. Der eigentliche Fortschritt lag im Detail und war programmatisch der wichtigere: Erstmals flog ein bereits genutzter Super-Heavy-Booster ein zweites Mal und absolvierte den kompletten Aufstieg fehlerfrei - der erste Beweis, dass die Wiederverwendbarkeit der ersten Stufe, das wirtschaftliche Fundament des gesamten Starship-Konzepts, technisch funktioniert. Die Rückschlagserie setzte sich wenige Wochen später mit der Explosion von Schiff S36 auf dem Teststand fort, bevor SpaceX mit Flug 10 im August 2025 den ersehnten Befreiungsschlag mit allen erreichten Hauptzielen schaffte.

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Stand: 30.07.2026, 14:43 Uhr MESZ · Recherche mit Faktencheck, Quellen je Mission · Mars Chroniken Redaktion