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SN11: Starships Höhenflug endet unsichtbar im Nebel

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Starship-Chronik · SN11

SN11: Starships Höhenflug endet unsichtbar im Nebel

Der vierte Landeversuch der Höhenflug-Serie scheitert am Landebrand - dichter Nebel verschluckt die letzten Sekunden des Fluges

Fehlschlag30. März 2021

SN11 ist der vierte Starship-Prototyp in Folge, der bei der Landung verloren geht, diesmal jedoch, ohne dass eine einzige Kamera den entscheidenden Moment einfängt. Am 30. März 2021 startete das Fahrzeug gegen 8:00 Uhr Ortszeit (CDT) von Starbase in Texas bei dichtem Nebel, stieg mit drei Raptor-Triebwerken auf rund 10 Kilometer Höhe und leitete anschließend den charakteristischen Bauchklatscher ein. Aufstieg, Abschalten der Triebwerke und die aerodynamisch gesteuerte Rückkehr in die Waagerechte verliefen nach Angaben von SpaceX planmäßig.

Beim Versuch, die Triebwerke für den Landebrand erneut zu zünden, riss die Bordkamera-Übertragung nach knapp sechs Flugminuten ab. Der Nebel hatte die Bodenkameras ohnehin schon weitgehend blind gemacht, sodass zunächst niemand genau sagen konnte, was geschehen war. Kurz darauf fielen Trümmerteile auf und in der Nähe der Landeplattform sowie vereinzelt auf South Padre Island - vom Fahrzeug blieb nichts übrig.

Erst rund eine Woche später lieferte Elon Musk die technische Erklärung: Ein vergleichsweise kleines Methan-Leck hatte ein Feuer an Triebwerk 2 ausgelöst, das Teile der Avionik beschädigte und dadurch beim Zünden des Landebrands einen Hard Start in der Methan-Turbopumpe verursachte. Anders als SN10, das noch weich aufsetzte und erst rund acht Minuten später explodierte, erreichte SN11 den Boden nie - die Landung schlug vollständig fehl, noch bevor sie überhaupt begonnen hatte.

Ergebnis

Aufstieg und aerodynamisch gesteuerter Sinkflug verliefen nach SpaceX-Angaben nominal, doch der Landebrand scheiterte an einem durch ein Methan-Leck ausgelösten Hard Start in Triebwerk 2. SN11 wurde noch vor dem Aufsetzen vollständig zerstört - anders als SN10 gab es keine, auch keine kurzzeitige, Landung.

Die Ziele
  • Aufstieg auf rund 10 km Höhe mit drei Raptor-Triebwerken
  • Kontrollierter Übergang in die horizontale Fallhaltung ("Bauchklatscher")
  • Aerodynamisch gesteuerter Sinkflug allein über die vier Steuerflächen
  • Erneutes Zünden der Triebwerke und Aufrichten für den Landebrand
  • Weiche, unbeschädigte Landung auf der Landeplattform
  • Bewährung von Fahrzeug und Bodenteams unter erschwerter Sicht (dichter Nebel)
Der Flugverlauf
  1. 30. März 2021, ca. 8:00 Uhr CDT (15:00 Uhr MESZ): Start von SN11 in Starbase, Texas, bei dichtem Nebel
  2. Aufstieg mit drei Raptor-Triebwerken auf eine Höhe von rund 10 km (33.000 ft)
  3. Abschalten der Triebwerke am Scheitelpunkt, Übergang in die horizontale Fallhaltung
  4. Kontrollierter Sinkflug über die vier Steuerflächen, nach SpaceX-Angaben nominal verlaufen
  5. Bei rund 5 Minuten 49 Sekunden Flugzeit: Zünden der Triebwerke für den Landebrand, gleichzeitig Abriss der Bordkamera-Übertragung
  6. Methan-Leck löst ein Feuer an Triebwerk 2 aus, beschädigt Avionik und verursacht einen Hard Start in der Turbopumpe
  7. Fahrzeug wird während des Landebrands zerstört, bevor es den Boden erreicht; Nebel verhindert eine visuelle Bestätigung in Echtzeit
  8. Trümmer regnen auf und um die Landeplattform sowie vereinzelt auf South Padre Island nieder
  9. 5. April 2021: Elon Musk veröffentlicht die technische Ursachenanalyse (Methan-Leck, Hard Start in Triebwerk 2)
Zahlen und Fakten
Maximale Höheca. 10 km (33.000 ft)
Raptor-Triebwerke3
Flugdauer bis Signalverlustca. 5 min 49 s
Startzeit8:00 Uhr CDT / 15:00 Uhr MESZ
Position in der Testserie4. Höhenflug nach SN8, SN9, SN10
Vorgänger SN10 (03.03.2021)erste geglückte Landung, Explosion ca. 8 Min. danach
Die Einordnung

SN11 markiert den Tiefpunkt der frühen Starship-Höhenflugserie: Nach dem Achtungserfolg von SN10, das erstmals weich landete, bevor es Minuten später explodierte, hoffte SpaceX auf einen Flug ganz ohne Feuer nach der Landung. Stattdessen zeigte SN11, dass die Zuverlässigkeit von Triebwerksneuzündung und Landebrand noch nicht beherrscht war - ein Problem, das sich über SN8 (zu niedriger Tankdruck), SN9 (Triebwerk zündete nicht neu) und nun SN11 (Methan-Leck mit Hard Start) durch die gesamte Serie zog. SpaceX überarbeitete daraufhin Antriebsstrang und Avionik grundlegend und übersprang die bereits für Upgrades vorgesehenen SN12 bis SN14; das nächste geflogene Fahrzeug, SN15, landete am 5. Mai 2021 schließlich weich und blieb dabei erstmals ohne nachfolgende Explosion stehen.

Quellen
Stand: 30.07.2026, 14:43 Uhr MESZ · Recherche mit Faktencheck, Quellen je Mission · Mars Chroniken Redaktion