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SN6: Starships zweiter 150-Meter-Hop bestätigt den Erfolg von SN5

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Starship-Chronik · SN6

SN6: Starships zweiter 150-Meter-Hop bestätigt den Erfolg von SN5

Am 3. September 2020 wiederholt SpaceX den Kurzsprung in Boca Chica - schneller im Steigflug, weicher bei der Landung

Erfolg3. September 2020

Starship SN6 war der zweite komplett montierte Prototyp, der ungefesselt vom Boden abhob, und bewies damit, dass der Erfolg von SN5 vier Wochen zuvor kein Zufall war. Am 3. September 2020 um 17:47 UTC (12:47 Uhr Ortszeit) zündete ein einzelnes Raptor-Triebwerk mit der Seriennummer SN29 auf dem Suborbital Pad A in Boca Chica, Texas. Das Fahrzeug stieg auf 150 Meter Höhe, schwebte kurz und setzte nach rund 50 Sekunden Flugzeit auf einem benachbarten Landepad auf. Verglichen mit SN5 verlief der Steigflug sichtbar zügiger und die Landung deutlich sanfter.

Der Flug war das Ergebnis einer zügigen Testkampagne: Nach einem bestandenen kryogenen Drucktest am 16. August wurde Raptor SN29 am 18. August eingebaut und am 23. August um etwa 19:45 Uhr Ortszeit erfolgreich statisch gezündet, nur 15 Minuten vor Ende des Testfensters. SpaceX wiederholte damit bewusst ein bereits erprobtes Flugprofil, um die Wiederholbarkeit der Startprozeduren, des Triebwerksbetriebs und der Landetechnik zu überprüfen, statt neue Fähigkeiten zu testen.

Die Verbesserung gegenüber SN5 war kein Detail am Rande: SN5 hatte bei seiner Landung am 4. August ein Fahrwerksbein beschädigt und nicht sauber aufgesetzt. SN6 lieferte den Beweis für die Tragfähigkeit des iterativen Bauens-Testens-Verbesserns, das den gesamten Starship-Entwicklungsansatz prägt.

Nur drei Tage später, am 6. September, begann mit dem Drucktank SN7.1 bereits der nächste Testschritt - ein reiner Bersttest ohne Flug, der die Grenzen einer neuen Stahllegierung ausloten sollte und am 23. September mit einer Explosion endete. Für die Flugkampagne selbst richtete sich der Blick schon auf SN8, das mit Nasenkegel, Steuerflächen und drei Raptor-Triebwerken einen 12,5 Kilometer hohen Sprung wagen sollte. Elon Musk sprach zu diesem Zeitpunkt davon, dass orbitale Flüge 'wahrscheinlich nächstes Jahr' folgen könnten.

Ergebnis

SN6 wiederholte den 150-Meter-Sprung von SN5 originalgetreu, stieg dabei sichtbar schneller und landete deutlich weicher - ein sauberer Erfolg ohne Zwischenfälle, der SpaceX' iteratives Testmodell bestätigte.

Die Ziele
  • Wiederholung des 150-Meter-Flugprofils von SN5 zur Bestätigung der Reproduzierbarkeit
  • Erprobung des neu eingebauten Raptor-Triebwerks SN29 unter realen Flugbedingungen
  • Verfeinerung von Countdown-, Betankungs- und Startablaufprozeduren
  • Test einer sauberen, sanfteren Landung nach dem beschädigten Fahrwerksbein bei SN5
  • Sammlung von Flug- und Triebwerksdaten als Vorbereitung für den anspruchsvolleren SN8-Höhenflug
Der Flugverlauf
  1. 16. August 2020: SN6 besteht den kryogenen Drucktest (Tanking-Test)
  2. 18. August 2020: Raptor-Triebwerk SN29 wird in SN6 eingebaut
  3. 23. August 2020, ca. 19:45 Uhr Ortszeit: Erfolgreicher Static Fire von SN29, nur 15 Minuten vor Ende des Testfensters
  4. 3. September 2020, 17:47 UTC / 12:47 Uhr Ortszeit (CDT): Start von Suborbital Pad A, Zündung des Raptor-Triebwerks
  5. Steigflug auf 150 Meter Höhe, kurzes Schweben an der Spitze der Flugbahn
  6. Kontrollierter Sinkflug mit gedrosseltem Triebwerk
  7. Weiche Landung auf dem Landepad neben dem Startgestell nach rund 50 Sekunden Flugzeit, deutlich sanfter als bei SN5
Zahlen und Fakten
Datum3. September 2020
Startzeit17:47 UTC / 12:47 Uhr Ortszeit (CDT)
Höhe150 m (492 ft)
Flugdauerca. 50 Sekunden (Quellen nennen 45 bis 52 s)
Triebwerk1x Raptor SN29
StartplatzSuborbital Pad A, Boca Chica, Texas
Vorgänger-HopSN5, 4. August 2020, ebenfalls 150 m
Die Einordnung

SN6 war kein technischer Quantensprung, sondern der Bestätigungsflug, der SpaceX' riskantes Test-Bauen-Testen-Modell rechtfertigte: Ein zweiter Prototyp wiederholte innerhalb von vier Wochen denselben Sprung fehlerfrei und sogar präziser als sein Vorgänger. Damit war der Weg frei für den nächsten, deutlich anspruchsvolleren Schritt: SN8 sollte mit Nasenkegel, Steuerflächen und drei Raptor-Triebwerken erstmals auf 12,5 Kilometer Höhe steigen und das für die spätere Landung nötige Kipp- und Aufrichtemanöver demonstrieren. Der 150-Meter-Hop von SN6 markiert damit das Ende der einfachen Kurzsprungtests und den Übergang in die nächste, riskantere Phase des Starship-Programms.

Quellen
Stand: 30.07.2026, 14:42 Uhr MESZ · Recherche mit Faktencheck, Quellen je Mission · Mars Chroniken Redaktion