Japans Mondprogramm
Ispace startet dritte Mondmission erstmals mit japanischer Rakete
Nach zwei gescheiterten Landeversuchen mit SpaceX-Raketen setzt das japanische Unternehmen ispace für seine dritte Mondmission 2028 erstmals auf Mitsubishis H3-Trägerrakete.
Das japanische Raumfahrtunternehmen ispace und der Mischkonzern Mitsubishi Heavy Industries (MHI) haben am 29. Juli 2026 einen Vertrag für Start- und Transportdienstleistungen unterzeichnet: Für 2028 ist geplant, dass MHIs H3-Rakete den neuen ispace-Mondlander ULTRA zum Mond bringt. Es ist die dritte Mondmission des Unternehmens, und die erste, bei der ein in Japan gebauter Lander auf einer in Japan gebauten Trägerrakete startet.
Bislang war ispace bei jeder Mondmission auf SpaceX angewiesen: Sowohl die erste als auch die zweite Mission starteten mit einer Falcon 9 vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral. Nach Angaben von ispace-Technikchef Ryo Ujiie gaben Nutzlastkapazität, Startumgebung und Flexibilität bei der Fracht den Ausschlag für den Wechsel zur H3. Firmengründer und Vorstandschef Takeshi Hakamada verwies zudem auf einen wirtschaftlichen Faktor: Die Schwäche des japanischen Yen habe Falcon-9-Starts für japanische Unternehmen zuletzt spürbar verteuert. In der gemeinsamen Mitteilung erklärte Hakamada, es sei symbolisch für neue Möglichkeiten japanischer Privatunternehmen, dass ein von ispace entwickelter Lander an Bord einer H3-Rakete zum Mond fliege. MHI-Vizepräsident Iwao Igarashi sprach von einer großen Ehre, die Startdienstleistung für die Mission bereitzustellen und zur Missionssicherheit beizutragen.
ULTRA ist ein neu entwickelter Landertyp, an dem ispace derzeit mit Fördergeldern aus einem Programm für kleine und mittlere Unternehmen des japanischen Wirtschaftsministeriums arbeitet. Er soll gegenüber den bisherigen Landern eine höhere Leistungsfähigkeit bieten und Teil eines geplanten, hochfrequenten und günstigen Transportsystems zur Mondoberfläche werden. Nach bisherigem Kenntnisstand wäre der für 2028 vorgesehene Start zugleich der erste Flug dieses neuen Landerdesigns.
Für die Einordnung der Ankündigung gehört die bisherige Bilanz von ispace dazu: Beide vorangegangenen Missionen erreichten zwar die Mondumlaufbahn, scheiterten aber beim eigentlichen Landeversuch. Die erste Mission (Hakuto-R) startete im Dezember 2022 und stürzte im April 2023 ab, weil ein Höhensensor durch den Rand eines Einschlagkraters eine falsche Messung lieferte und der Bordcomputer daraufhin von einer fehlerhaften Annahme ausging. Die zweite Mission mit dem Lander Resilience startete im Januar 2025; beim Landeversuch am 6. Juni 2025 lieferte ein Laser-Entfernungsmesser verzögert gültige Messwerte, sodass die Bremsung nicht rechtzeitig einsetzte und der Kontakt zum Lander abriss.
Auch die H3-Rakete selbst hat keine makellose Bilanz. Seit ihrem Debüt im März 2023, das mit der Sprengung der Rakete nach einem Ausfall der zweiten Stufe endete, war sie bis zu ihrem letzten öffentlich dokumentierten Fehlschlag acht Mal gestartet, davon zwei Mal erfolglos. Dieser zweite Fehlschlag ereignete sich am 22. Dezember 2025: Beim Start des Navigationssatelliten Michibiki Nr. 5 zündete das Triebwerk der zweiten Stufe beim zweiten Zündversuch nicht wie vorgesehen, die Nutzlast ging verloren. Ob das gemeinsam von MHI und der japanischen Weltraumbehörde JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) betriebene Programm seither wieder regulär fliegt, lässt sich anhand der vorliegenden Quellen (allesamt vom Dezember 2025) nicht belegen.
Über die reine Startdienstleistung hinaus kündigten beide Unternehmen an, eine verstärkte Zusammenarbeit bei künftiger Mondinfrastruktur zu prüfen, mit dem erklärten Ziel eines vollständigen Mondtransportsystems. Kosten für den Startvertrag nannten weder ispace noch MHI. Bis zum geplanten Start 2028 bleiben rund zwei Jahre, in denen sowohl der neue Lander als auch die H3-Rakete ihre Zuverlässigkeit noch unter Beweis stellen müssen.
- Ispace und Mitsubishi Heavy Industries haben einen Startvertrag für Mission 3 unterzeichnet: Der neue Lander ULTRA soll 2028 mit der H3-Rakete zum Mond starten
- Es wäre die erste ispace-Mission mit einer japanischen statt einer SpaceX-Falcon-9-Rakete; ausschlaggebend waren laut ispace Kapazität, Startumgebung, Ladungsflexibilität und die Yen-Schwäche
- Beide bisherigen ispace-Missionen (2022/23 und 2025) erreichten die Mondumlaufbahn, scheiterten aber jeweils beim Landeversuch
- Die H3-Rakete hatte bis Dezember 2025 eine durchwachsene Bilanz: zwei Fehlschläge bei acht Starts, zuletzt am 22. Dezember 2025; ob sie seither wieder regulär fliegt, ist anhand der vorliegenden Quellen nicht belegt
- Vertragskosten wurden nicht bekannt gegeben
- ispace, Inc. - Pressemitteilung: ispace and Mitsubishi Heavy Industries Agree to Launch Mission 3 ULTRA Lunar Lander Aboard H3 RocketPrimärquelle
- Mitsubishi Heavy Industries - Pressemitteilung zur gleichen VereinbarungPrimärquelle
- JAXA - Launch Failure of the 8th H3 Launch Vehicle and Setting up a Special Task ForcePrimärquelle
- SpaceNews - H3 to launch next ispace lunar lander mission
- Spaceflight Now - ispace's Resilience lander crash lands on the Moon
- Spaceflight Now - H3 rocket suffers upper stage anomaly, fails to correctly deploy navigation satellite
Wie diese Meldung entstanden ist: Recherchiert und geschrieben mit KI-Unterstützung auf Grundlage der oben genannten Quellen, anschließend automatisiert gegen die Originalquellen geprüft und überarbeitet. Redaktionell verantwortlich: Sirwan Aminy.