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Stärkste Atlas-V-Version fliegt zum letzten Mal - mit 29 Amazon-Satelliten an Bord

Trägerraketen

Stärkste Atlas-V-Version fliegt zum letzten Mal - mit 29 Amazon-Satelliten an Bord

16.08.2026

Nach 20 Jahren im Einsatz startete die 551-Konfiguration der Atlas V zum letzten Mal - während die gesamte Raketenfamilie nach fast 24 Dienstjahren dem Ende entgegengeht und Amazon seine ULA-Starts komplett auf die neue Vulcan-Rakete umstellt.

Am 2. Juli 2026 um 4:30 Uhr UTC (0:30 Uhr Ortszeit in Florida) hob vom Space Launch Complex 41 in Cape Canaveral eine Atlas-V-Rakete der United Launch Alliance (ULA) ab und brachte 29 weitere Breitband-Satelliten für Amazons Internetkonstellation Amazon Leo in die Umlaufbahn. Die Mission trug die Bezeichnung Leo 8, bei Amazon intern als LA-08 geführt. Rund 70 Minuten nach dem Start bestätigte ULA die erfolgreiche Aussetzung aller Satelliten. Es war zugleich ein historischer Moment: der letzte Flug der Atlas V in ihrer stärksten Ausbaustufe, der Konfiguration 551.

Die Bezeichnung 551 steht für fünf seitlich montierte Feststoffbooster, eine fünf Meter breite Nutzlastverkleidung und eine einmotorige Centaur-Oberstufe - die leistungsfähigste je geflogene Version der Atlas V. Sie kam erstmals am 19. Januar 2006 zum Einsatz, damals für die NASA-Sonde New Horizons auf dem Weg zum Pluto. Bis zum jüngsten Start absolvierte die 551-Konfiguration insgesamt 22 Flüge - nach gut 20 Jahren im Dienst ist damit auch für diese Version endgültig Schluss.

Die Atlas V als gesamte Raketenfamilie ist noch älter: Ihr Erstflug datiert auf den 21. August 2002, der Start vom 2. Juli war ihr 110. insgesamt. Fast 24 Jahre nach dem Debüt nähert sich die Rakete nun komplett ihrem Karriereende. Nur noch sechs Atlas-V-Exemplare befinden sich im Bestand, alle in der Konfiguration N22 - reserviert für Starts von Boeings Raumkapsel CST-100 Starliner. Für kommerzielle Nutzlasten wie Amazons Satelliten fliegt die Atlas V damit nicht mehr.

Für Amazon war die Atlas V bislang ein wichtiger Träger beim Aufbau der Leo-Konstellation, die bis zur Umbenennung im November 2025 als Project Kuiper bekannt war. Mit acht Atlas-V-Missionen brachte ULA 224 Satelliten ins All, bei nach eigenen Angaben hundertprozentiger Erfolgsquote. Nach dem jüngsten Start umfasst die Gesamtkonstellation, die inzwischen auch über Falcon-9-Raketen von SpaceX und die europäische Ariane 6 aufgebaut wird, nach Datenstand der Online-Enzyklopädie Wikipedia rund 396 aktive Satelliten.

Für Amazon endet mit dem letzten Atlas-V-Flug zugleich eine Startphase bei ULA: Künftige Leo-Satelliten, die über die Allianz starten, sollen auf deren neuer Rakete Vulcan ins All gebracht werden, von der Amazon bereits 38 Starts gebucht hat - parallel dazu fliegen weiterhin eigene Leo-Missionen mit SpaceX-Falcon-9-Raketen und der europäischen Ariane 6 von Arianespace. Der erste Vulcan-Flug für die Leo-Konstellation wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Amazon hatte allerdings eine von der US-Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Commission) gesetzte Zwischenfrist verfehlt: Bis zum 30. Juli 2026 hätte die Hälfte der geplanten 3.232 Satelliten - 1.616 Stück - im Orbit sein sollen, tatsächlich waren es je nach Quelle nur rund 375 bis 400. Die FCC gewährte im Juni 2026 nur einen bedingten Aufschub statt der von Amazon erbetenen zweijährigen Fristverlängerung: Satelliten, die nach diesem Stichtag gestartet werden, verlieren dabei ihre ursprüngliche Frequenz-Priorität aus den FCC-Vergaberunden 2020 und 2021. Amazon hält dennoch daran fest, den kommerziellen Internetdienst noch in diesem Jahr zu starten.

Das Wichtigste
  • Die Atlas V 551, die stärkste Version der Rakete, startete am 2. Juli 2026 letztmals - mit 29 Amazon-Leo-Satelliten an Bord (Mission Leo 8/LA-08)
  • Nach 22 Flügen seit Januar 2006 ist diese Konfiguration nach rund 20 Dienstjahren Geschichte
  • Die gesamte Atlas-V-Familie fliegt seit August 2002 und geht mit nur noch 6 verbleibenden Exemplaren (reserviert für Boeings Starliner) ihrem Ende entgegen
  • ULA hat mit der Atlas V insgesamt 224 Amazon-Leo-Satelliten in 8 Missionen befördert, nach eigenen Angaben mit 100 Prozent Erfolgsquote
  • Amazon steigt bei seinen ULA-Missionen komplett auf die neue Vulcan-Rakete um (38 solche Starts bereits gebucht), während SpaceX und Arianespace parallel weiterhin eigene Leo-Missionen fliegen; der erste Vulcan-Start für Leo wird für das dritte Quartal 2026 erwartet
  • Amazon hat unterdessen eine von der US-Regulierungsbehörde FCC gesetzte Zwischenfrist verfehlt: Bis 30. Juli 2026 hätten 1.616 der geplanten 3.232 Leo-Satelliten im Orbit sein sollen, tatsächlich waren es nur rund 375 bis 400 - die FCC gewährte im Juni 2026 nur einen bedingten Aufschub statt der erbetenen Fristverlängerung

Wie diese Meldung entstanden ist: Recherchiert und geschrieben mit KI-Unterstützung auf Grundlage der oben genannten Quellen, anschließend automatisiert gegen die Originalquellen geprüft und überarbeitet. Redaktionell verantwortlich: Sirwan Aminy.

Stand: 13.08.2026, 01:54 Uhr MESZ · Mars Chroniken Redaktion

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