Starship News

Nächster geplanter Starship Start
Februar 2025
(Aussage SpaceX)
Starship – News – Timeline
Doch es lohnt sich, auch etwas weiter herunter zu scrollen um wertvolle und interessante Details zu erfahren.
16. Januar 2025 – Starship Flug 7 Analyse
Am Donnerstag, den 16. Januar 2025 startete das Starship zu seinem siebten Flug, und Dieser hatte es in sich! Wir haben hier eine Zusammenfassung und Analyse für Dich.
Es ist wichtig zu wissen, dass es im Vorfeld umfangreiche Neuerungen am Starship, am Booster und an der Infrastruktur gab:
- Das „Ship33“ war das Erste, der neuen Generation von Starships, den sog. „Block2“-Ships. Diese sind zwei Meter höher, haben aber eine kleinere Frachtsektion. Damit können sie 25% mehr Treibstoff laden.
- Beim Hitzeschild wurden Kacheln der neuesten Generation verwendet.
- Als Fracht waren diesmal 10 Starlink-V2-Dummy-Satelliten mit an Bord. Diese wollte man aussetzen.
- Die Hardware im Inneren wurde neu gemacht, um den zukünftigen Treibstoff-Transfer zu unterstützen.
- Die Steuerflächen wurden verkleinert
- Es wurde das erste Mal ein Triebwerk eingesetzt, welches bereits zuvor geflogen war
- Die Fangarme von Mechazilla haben Radarsensoren erhalten, um den Abstand zwischen Booster und Turm exakt bestimmen zu können
Mit diesen Neuerungen brach das Starship also zu seinem siebten Testflug auf. Der Start verlief fehlerfrei und der Starship-Stack wurde auf seine suborbitale Bahn Richtung Indischer Ozean gebracht. Das Hot Staging verlief ebenfalls erfolgreich, so dass der Booster seinen Weg auf die Heimreise antreten konnte. Dabei war geplant, dass die zehn Triebwerke des mittleren Ringes erneut zünden, aber Einer schien ausgefallen zu sein. Trotzdem wurde grünes Licht für den Fangversuch gegeben, denn auch mit neun Triebwerken ist eine Navigation möglich. Die Grid-Fins haben den Booster durch die Atmosphäre geleitet, bis der Landing Burn (diesmal mit dem vorher ausgefallenen Triebwerk) eingeleitet wurde. An den Anblick des sanften Aufsetzen des Boosters in die Fangarme werden wir uns wahrscheinlich niemals gewöhnen, aber er funktionierte beeindruckend zuverlässig und beeindruckend aufregend für alle Zuschauer.
Während dieser Zeit befand sich die Zweitstufe (Ship) auf ihrem Weg in Richtung Indischer Ozean. Doch schon bald beginnt die Methananzeige schneller zu fallen als die Sauerstoffanzeige, ein untrügliches Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmte. Im Folgenden fällt erst Eines, dann zwei weitere Triebwerke aus. Bald schon gibt SpaceX bekannt, dass sie das Schiff verloren haben.
Später kursieren Bilder von beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühenden Teilen im Internet. Später stellt sich heraus, dass sie vom Starship stammen. Wir wissen derzeit noch nicht ob das Schiff explodiert ist, oder bewusst durch das Flugabbruchsystem gesprengt wurde. Die FAA ordnete kurz darauf eine Untersuchung an.
SpaceX hat angekündigt an seinem Zeitplan festzuhalten und peilt einen nächsten Flug bereits im Februar 2025 an. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die FAA bis dahin ihre Untersuchungen abgeschlossen hat und eine Freigabe erteilt.
Damit wurden bei diesem Test zahlreiche Ziele verfehlt, aber die Fähigkeit des Fangens des Boosters eindrucksvoll bestätigt. Es bleibt spannend!
15. Januar 2025 – Starship Flug 7 Live-Übertragung
Am Mittwoch, den 15. Januar 2025 ist ab ca. 23:00 Uhr (MEZ) der siebte Flug des Starships geplant. Sirwan überträgt ihn Live. Sei dabei und erfahre wertvolle Hintergrundinformationen.
29. Dezember 2024 – Infos zum Starship Flug 7
Es geht jetzt Schlag auf Schlag mit den News zum Starship. Uns allen sind die Bilder des sechsten Testfluges noch im Kopf und schon wird es Zeit, sich mit dem Starship Flug 7 zu beschäftigen.
Die entscheidende Nachricht ist, dass die Lizenz der FAA bereits da ist, die Hardware des Starships und seines Boosters sind getestet und die Instandsetzungsarbeiten am Startpad sind in vollem Gange.
Trotzdem gibt es noch keinen genauen Termin für den nächsten Start, aber Dieser scheint bereits Mitte Januar zu sein. Das ist absolut notwendig, wenn das angestrebte, extrem ehrgeizige Ziel von 25 Starts in 2025 erreicht werden soll.
Doch es gibt entscheidende Änderungen an der Hardware, dem Flugprofil und den Zielen beim siebten Testflug des Starships. Es lohnt sich also, etwas genauer hinzuschauen.
Interessantes rund um den Starship Flug 7
Mit dem Ship 33 wird das erste Schiff aus dem „Block2“ zum Einsatz kommen. Dieses ist etwas größer als bei „Block1“ um mehr Treibstoff mitnehmen zu können.
Allerdings wird mit dem Booster 14 noch ein Booster aus dem „Block1“ verwendet. SpaceX wird bei Flug 7 erneut versuchen den Booster mit dem Startturm zu „fangen“, wenn es keine ungeplanten Unregelmäßigkeiten wie bei Flug 6 gibt.
Während SpaceX versucht den Booster zu fangen, wird das Starship in Richtung Südafrika Kurs nehmen. Nach einer kurzen, ballistischen Flugphase (ohne Antrieb) wird das Schiff dann eines der zentralen Raptor-Triebwerke zünden. Sichere Triebwerkszündungen im All sind entscheidend für die Manövrierfähigkeit im All und so lohnt es sich, diese so oft wie möglich zu testen.
Bei dem Starship Flug 7 werden übrigens nur Raptor2 Triebwerke genutzt. Die neuen Raptor3 werden erst bei Flug 8 eingesetzt.
Auch für diesen Testflug wurde weiter an dem Hitzeschutz gearbeitet. An manchen Stellen wurde bewusst auf den Einsatz von Hitzekacheln verzichtet und die Steuerflächen wurden verkleinert und zur Spitze (plasmaabgewandte Seite) gesetzt. Es wird spannend wie das Schiff die hohen Wiedereintrittstemperaturen nun verkraftet.
Sollten die Probleme mit dem Hitzeschild größtenteils gelöst werden, könnte der Fangversuch des Schiffes bereits bei Flug8 erfolgen.
Und es wirklich erstaunlich… Während der Flug 7 noch gar nicht stattgefunden hat, befindet sich die Starship- und Booster-Hardware für Flug 8 bereits im Test. Die Schlagzahl wird also nochmal höher.
Wir sind gespannt was das Jahr 2025 bringt.
22. Dezember 2024 – Leben und arbeiten im Starship
Täglich schreitet die Entwicklung voran und ständig gibt es Neuigkeiten vom Starship. Aber wie werden die Menschen in diesem Raumschiff leben und arbeiten? Wir laden Dich ein auf eine Reise quer durch den Weltraum in dem größten Raumschiff das die Menschheit je gebaut hat, dem Starship.
Die Astronauten werden auf ihrer ersten Reise zum Mars ungefähr sechs Monate unterwegs sein. Diesmal jedoch nicht in kleinen Kapseln wie das bisher üblich war, sondern in einem riesigen Raumschiff mit einer Länge von ca. 50 Metern und einem Durchmesser von neun Metern. Aber auch wenn das Starship sehr groß ist, so ist es trotzdem eine große Metallbox die durch den leeren Weltraum rast. In dieser „Metallbox“ müssen die Menschen ihr Leben so gut wie möglich gestalten ohne sich an die Gurgel zu gehen.
Ein Gespräch kann nur zwischen den Crewmitgliedern erfolgen, denn eine Kommunikation mit der Erde wird nur stark zeitverzögert (bis zu 10 Minuten Verzögerung) möglich und damit nicht erstrebenswert sein.
Es geht also darum, dass das Starship genug Annehmlichkeiten bietet um Klaustrophobie und Streit bei den Astronauten zu vermeiden.
Wie viele Menschen sollen im Starship sein?
Um die optimale Anzahl von Menschen an Bord zu bestimmen spielen die folgenden Faktoren eine Rolle:
- Benötigtes Wasser und Verpflegung zum Überleben
- Aufenthaltsräume und Schlafbereiche
- Psychische Gesundheit und Wohlbefinden. Sowohl zu viele als auch zu wenige Menschen an Bord führen zu Unwohlsein bis zu Gewalt
- Verbliebener Platz im Starship, wenn man den Platzbedarf für Technik, Treibstoff abzieht
Die meisten Experten sind sich einig, dass eine Crew von ca. 10 Personen pro Starship auf dem Weg zum Mars optimal wäre. Warum das so ist, erklärt Dir Sirwan in seinem Video genauer.
Wie wird das Starship mit Strom versorgt?
Auf der langen Reise zum Mars wird viel Energie benötigt. Zum Einen müssen die lebenserhaltenden Systeme für die Crew versorgt werden, zum Anderen die Steuerung und wissenschaftlichen Geräte des Starships.
Große Solarpanele wie bei der ISS sind nur möglich, wenn diese im All gebaut und dort an das Starship angeheftet werden. Doch diese würden immer weniger Strom erzeugen, je weiter man sich von der Sonne entfernt. So müssten sie noch größer ausgelegt werden, um genug Strom zu erzeugen.
Sirwan hat ein paar Ideen (Batterien, Wasserstoffbrennstoffzellen oder eine Kombination aus verschiedenen Energielieferanten) dargestellt wie dieses Problem gelöst werden könnte, aber hier steht SpaceX definitiv noch vor einer großen Herausforderung.
Wie sieht der Alltag der Astronauten auf dem Starship aus?
Neben der sozialen Interaktion untereinander müssen die Astronauten vor allem dafür sorgen, dass sie gesund bleiben. Dafür wird es auf dem Starship spezielle Fitnessgeräte geben auf denen täglich trainiert werden muss, damit die Knochen nicht porös werden, das Herz-Kreislaufsystem stark bleibt und die Muskeln in der Schwerelosigkeit nicht schwinden.
Duschen werden die Astronauten nicht können, allerdings gibt es spezielle Tücher zum säubern und für die Körperhygiene.
Obwohl das Starship meistens automatisch fliegt, werden immer wieder Steuerkontrollen durch die Crew stattfinden müssen.
Stell Dir nur vor wie die Nervosität und Spannung steigen, je näher der Rote Planet ins Sichtfeld der Crew rückt……
23. November 2024 – Analyse des sechsten Starship Starts
Soviel schon mal vorab… Es gab eine große Explosion des Boosters!
Aber war es ein misslungener Test oder sogar ein Rückschritt? Schließlich konnte der Booster beim fünften Testflug vom Startturm gefangen werden. Was war los? Lass Dich aufklären von Sirwan. Es lohnt sich insbesondere deshalb, weil weit mehr als der sechste Starship-Testflug besprochen wird.
Nur etwa vier Wochen nach dem fünften Starship-Test startete am 16. November um 23:00 Uhr MEZ der sechste Starship-Stack zum sechsten, vollintegrierten Test auf. Geplant war es, den Booster das zweite Mal zu fangen und die Oberstufe sanft im indischen Ozean zu landen. Darüber hinaus sollte ein Relight (Zündung eines bereits abgeschalteten Raptor-Triebwerkes) im Weltraum, sowie ein neuer Winkel beim Wiedereintritt getestet werden. Darüber hinaus verzichtete man auf ca. 1400 Hitzeschutzkacheln um Gewicht zu sparen.
Die Details findest Du in Sirwans Video, aber hier eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse:
Fangen des Boosters: Anfangs schien alles wie geplant zu funktionieren und das Hot-Staging konnte erfolgreich durchgeführt werden. Dann jedoch ging die Kommunikation zum Fangturm verloren und SpaceX fing damit an den Booster sicherheitshalber umzuleiten. Das führte zu einer gesteuerten, aber trotzdem spektakulären Explosion im Golf von Mexiko. Das Ziel wurde also verfehlt!
Landung der Oberstufe im indischen Ozean: Spektakuläre Bilder von Bojen zeigen, wie das Schiff sanft auf dem Wasser aufsetzt. Es erfolgte eine präzise und genau geplante Wasserung. Ein voller Erfolg.
Relight des Triebwerkes im Weltraum: Einer der für die Meereshöhe optimierten Triebwerke wurde im Weltraum für ca. zwei Sekunden erfolgreich gezündet, was das Starship enorm beschleunigte. Ein Erfolg.
Aggressiver Wiedereintrittswinkel: Die Oberstufe des Starships trat mit einem erheblich aggressiveren Eintrittswinkel in die Atmosphäre ein, und das mit ca. 1400 fehlenden Hitzeschutzkacheln. Das Schiff sollte an seine Belastungsgrenze gebracht werden, aber dies scheint nicht gelungen zu sein, da das Schiff den Wiedereintritt hervorragend verkraftet hat. Diese Tests sind für SpaceX enorm wichtig und lassen eine genauere Planung zu.
Auswirkung der fehlenden Hitzeschutzkacheln: Diese scheinen keine große, negative Auswirkung gehabt zu haben. Der Test war aber mit Sicherheit sehr wertvoll, denn durch ihn konnte die Widerstandsfähigkeit des Starships auch an Stellen ohne Hitzeschutzkacheln beim Wiedereintritt getestet werden.
Der Ausblick macht neugierig
Dieses Jahr wird das Starship nicht mehr starten, aber die Pläne für das Jahr 2025 sind gigantisch und machen sehr neugierig. Auch wenn die folgende Auflistung nicht vollständig ist, so zeigt sie doch auf was wir uns freuen dürfen:
- Starship V2 bringt enorme Verbesserungen und dürften die Anzahl der erwartbaren Flüge weiter erhöhen.
- Inbetriebnahme des zweiten Startturmes
- Starfactory nimmt die Produktion auf
- Fangen der ersten Erststufen
- Betankungstests im Orbit
- Starten einer Demo-Mondlandemission
- Transport der ersten Starlink V2-Satelliten mit dem Starship
Es ist bald Weihnachten und somit die Zeit der Vorfreude! 🙂
16. November 2024 – Wichtige Infos zum sechsten Start des Starships
Am 19.11.2024 (23:00 Uhr MEZ) ist der sechste Start des Starships geplant. Sirwan hat die wichtigsten Vorab-Informationen zusammengefasst. Schau rein!

14. November 2024 – Die Vorbereitungen für den sechsten Starship Testflug laufen
Es gibt wieder interessante Starship News! Der sechste Testflug wurde für den 14. November 2024 terminiert! Die Vorfreude ist wieder enorm.
SpaceX treibt die Vorbereitungen für den sechsten Testflug seines Starships konsequent voran. Die 50 Meter hohe Oberstufe wurde für Tests auf das Startpad gefahren und was konnten wir da sehen? Eine kleines Bild mit einer Banane in der Nähe eines der oberen Steuerflügel.
Es gibt einen Insiderwitz „banana for scale“ (Banane als Maßstab) der in Raumfahrtkreisen gerne benutzt wird. Kann es eventuell sein, dass dieser Witz der Ursprung für das lustige Bild ist?
Starship, die bisher größte und leistungsstärkste Rakete der Welt ist bisher fünfmal geflogen (April und November 2023 und März, Juni und Oktober 2024) und jedes Mal gab es klare Testziele, welche mal mehr mal weniger erreicht wurden. Spektakulär war der letzte Flug am 13. Oktober denn da landete SpaceX den Super Heavy Booster erfolgreich auf der Startrampe, indem der riesige Booster mit den Armen des Startturms auf der Starbase auffing.
Dieses Kunststück wird auch bei Flug 6 wiederholt werden, zumindest möchte man es versuchen. Die Oberstufe hingegen wird gezielt wie bei Flug 5 im Indischen Ozean versinken, aber natürlich nicht ohne vorher den Hitzeschutz beim Wiedereintritt in die Atmosphäre intensiv zu testen.
16. Oktober 2024 – Fünfter Starship Start mit Boosterlandung – Die FLUGANALYSE
Wenige Minuten nach dem fünften, vollintegrierten Start des Starships fliegt der 71 Meter hohe „Super-Heavy“ Booster wie von Geisterhand gesteuert, diagonal auf den Startturm des „Pad 1“ in Boca Chica zu. Langsam senkt er sich wenige Meter vor dem Turm, fliegt immer näher an diesen heran und wird schließlich von den riesigen Armen des „Mechazilla“ in Empfang genommen und gefangen. Eine technische Meisterleistung und ein großer Erfolg für SpaceX.
Ein 71 Meter langer Booster wird gefangen
Lass Dich begeistern von dieser Leistung, von den atemberaubenden Bildern und von der interessanten Fluganalyse von Sirwan.
Am Sonntag, den 13. Oktober 2024 um ca. 14:25 (MEZ) hob der vollständige Starship Stack (Ship + Super Heavy Booster) vom Pad A der Starbase in Boca Chica ab und röhrte mit atemberaubender Kraft in den noch halbdunklen, texanischen Morgenhimmel.
In einer Höhe von ca. 64 Kilometern wird das „Hot Staging“ eingeleitet und dadurch die Ober- von der Unterstufe der Rakete erfolgreich getrennt.
Nach einer intensiven Prüfung der Booster-Messdaten durch die Bodencrew wurde der notwendige, manuelle „Go“-Befehl für den Fangversuch des Boosters gegeben. So wurden die zehn inneren Raptoren des Boosters für den Boostback-Burn gezündet, um diesen auf eine Flugbahn in die Nähe der Startanlage zu bringen. In einer Höhe von drei Kilometern fällt der Booster noch mit Schallgeschwindigkeit, als die inneren 13 Triebwerke beginnen die Geschwindigkeit bis auf ca. 300 Kilometer pro Stunde zu bremsen. Nun werden zehn der Raptoren abgestellt und der Booster nur noch durch die mittleren drei Triebwerke gelenkt. Das gelingt so gut, dass der riesige Booster zwischen die Greifarme des Startturmes (Mechazilla) geflogen wird, wo er eine kurze Zeit langsam nach unten schwebt und sanft von den Fangarmen aufgenommen wird.
Dann hing der Booster sicher in den Chopsticks des Turmes, ein Moment der in die Raumfahrtgeschichte eingehen wird!
Starship auf dem Weg Richtung Australien
Während der Booster bereits lange sicher gelandet war, flog das Starship über Südafrika, Madagaskar über den indischen Ozean in Richtung des festgelegten Landeziels vor der Küste Australiens. Schließlich war das zweite Ziel die intakte und zielgenaue Landung des Ships im Meer. Im Vorfeld wurden vor allem die Hitzeschutzkacheln optimiert, aber auch einige „Testkacheln“ angebracht.
Nachdem der Sinkflug begonnen hatte, richtet sich das Schiff auf und die Plasmabildung beginnt und wird immer stärker. Man kann deutlich sehen, dass es noch viel Optimierungspotential gibt, denn vor allem die Steuerungsklappen werden angeschmolzen, aber nicht so schlimm wie beim vierten Testflug.
Dann konnten wir auf einmal tolle Bilder von Kameras auf Bojen sehen, was ein klares Indiz dafür war, dass das Ship genau in dem Bereich angekommen ist in dem man es erwartet hat.
Das zweite Ziel wurde also auch klar erreicht, wenn auch mit einigem Optimierungsbedarf.
Wo stehen wir jetzt und wie geht es weiter?
Der fünfte Testflug war ein voller Erfolg den man in seiner Gänze kaum erwarten durfte und für die Qualität des SpaceX-Teams spricht. Auch wenn es bei dem Hitzeschutz noch großes Optimierungspotential gibt, hat das Starship in seiner Version „V1“ seine Tests erfolgreich abgeschlossen. Auch wenn noch einige V1-Starships zur Verfügung stehen, könnte es sein, dass SpaceX auf einen erneuten Testflug mit diesen verzichtet, da die nächste Version „V2“ bereits in den Startlöchern steht.
Wir gehen davon aus, dass die Erkenntnisse aus den bisherigen Testflügen alle in die „V2“-Version einfließen werden und eventuell eine neue Startlizenz benötigt wird. Das sind dann auch die Variablen die das zeitliche Rahmengerüst bis zu einem nächsten Start bilden.
Auf alle Fälle wurde ein riesiger Meilenstein erreicht und die Menschheit ist in der Raumfahrt wieder ein großes Stück weiter gekommen.

13. Oktober 2024 – Fünfter Start mit Boosterlandung
Nachdem die Genehmigung der FAA für einen fünften Start sehr überraschend und kurzfristig kam, startete SpaceX das Starship am 13. Oktober um 14:15 Uhr (MEZ) mit zwei Hauptzielen:
- Der Booster (Super Heavy) sollte unbeschadet am Startpad landen
- Das „Ship“ sollte den Wiedereintritt überstehen und punktgenau in dem geplanten Zielgebiet vor Australien wassern.
Ok, das zweite Ziel wurde auch erreicht, aber der absolute Wahnsinn war die Boosterlandung. Aber was heißt da Landung? SpaceX hat (erneut) einen Meilenstein in die Raumfahrtgeschichte gesetzt indem sie einen über 70 Meter hohen und neun Meter breiten Stahlbooster mit ihrem Startturm („Mechazilla“) gefangen haben.
Eine genaue Aufarbeitung folgt natürlich kurzfristig!

Oktober 2024 – Starship Start 5 schon am 13. Oktober 2024?
Diese Woche gab es eine faustdicke Überraschung als SpaceX ankündigte, bereits am Sonntag, den 13. Oktober 2024 den fünften Start des voll bestückten Starships (Ship + Super Heavy) zu starten. Das Startfenster öffnet sich um 14:00 Uhr (MEZ)
Zwar liegt zum jetzigen Zeitpunkt die Genehmigung der FAA nach wie vor nicht vor, aber diese habe ein „beschleunigtes Prüfverfahren“ eingeleitet. Angeblich, so die Aussagen eines „Insiders“ soll dieses Prüfverfahren eine rechtzeitige Startgenehmigung, noch vor dem 13. Oktober ermöglichen. Natürlich nur, wenn es keine „weiteren Probleme“ gäbe.
Technisch hat SpaceX soweit alle Vorbereitungen abgeschlossen, so dass nur noch die FAA-Genehmigung für einen Start fehlt.
Die beiden Hauptziele des fünften Flugtests sind dabei äußerst interessant:
1. Der Super Heavy Booster soll ca. sieben Minuten nach dem Start von den riesigen Chopsticks des Startturms vor der Landung sanft gefangen werden, was ein weiterer Meilenstein für die Wiederverwendung darstellen würde.
2. Das Starship soll auf einem bestimmten Punkt im Indischen Ozean zielgenau landen.
Wir drücken die Daumen, dass die Genehmigung rechtzeitig kommt und einem spannenden, fünften Flug nichts mehr im Wege steht.
September 2024 – FAA blockiert derzeit Starship Start
Es ist derzeit ruhig rund um das Starship, zumindest was den nächsten Start betrifft.
Der letzte Start war bereits vor drei Monaten, im Juni 2024. Dabei gelang es dem Team von SpaceX das Starship wie geplant in einem Stück zurück in die Erdatmosphäre zu bringen und zu wassern. Doch seither warten wir sehnsüchtig auf den nächsten Start der größten und stärksten Rakete der Welt.
Auch wenn SpaceX mit gewohnt hohem Tempo alle Fehler analysiert, bereinigt und große Verbesserungen eingeführt hat, mit Vollgas an einem zweiten Startturm arbeitet und im ständigen Austausch mit Behörden und Partner steht, gibt es trotzdem keinen Termin für den nächsten Start des Starships. Es fehlt nach wie vor die Genehmigung der amerikanischen Flugaufsicht, der „FAA“. Insider sagen, dass ein solcher Start frühestens Ende November stattfinden wird.
Doch woran liegt es, dass die FAA so schwerfällig ist?
Nach jedem Start des Starships müssen neue Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit auf Flora und Fauna durchgeführt werden. Dies ist ein Standardvorgehen und so auch in Ordnung. Doch große Bedenken der Auswirkungen der Starship-Starts auf die sensible Umwelt in Boca Chica verzögern derzeit den nächsten Start.
Aber warum jetzt auf einmal? SpaceX hat die letzten zehn Jahre eng mit den Behörden bei der Erstellung von Umweltgutachten zusammengearbeitet und hat dutzende Maßnahmen in Abstimmung mit der Umweltbehörde eingeführt um die Auswirkungen auf die Natur so gering wie möglich zu halten.
Doch es scheint, als würde die Medienlandschaft den zweifelhaften Ruf von Elon Musk auf das Unternehmen projizieren und so erscheinen laufend negative Meldungen, die geprüft werden und im Nachhinein doch revidiert werden. Doch so vergeht viel Zeit, wertvolle Zeit.
Dieses Schneckentempo der Behörden steht im krassen Kontrast zu den Zielen des Unternehmens und seinen ehrgeizigen Plänen. Und diese betreffen nicht nur den Flug zum Mars, sondern auch das Artemis Programm, welches bereits jetzt zeitlich um Monate zurückgeworfen wurde.
Hintergründe dazu erzählt Dir Sirwan in seinem neuen Video.

Juni 2024 – Keine Unfalluntersuchung durch Flugaufsicht notwendig
Wie die amerikanische Flugaufsicht (FAA) mitteilte, lag IFT4 (vierter Starship Start) innerhalb des genehmigten Rahmens. Damit ist keine Unfalluntersuchung notwendig. Damit steht einem neuen Starship Start seitens der Behörde nichts im Wege.
Die Vorbereitungen auf der texanischen Starbase gehen derzeit mit der gewohnt hohen Geschwindigkeit Richtung IFT5, dem fünften Testflug des Starships weiter. Booster12 und Ship30 werden wahrscheinlich die Kandidaten für einen nächsten Flug sein.
Der Starttisch wird derzeit nach dem vierten Start wieder einsatzbereit gemacht. Auch beim vierten Start wurde durch die unvorstellbare Kraft der Raptoren Infrastruktur an der Startanlage in Mitleidenschaft gezogen. Diese muss nur repariert oder ergänzt werden.
Die Hitzeschutzkacheln beim Starship30 müssen laut Elon Musk erheblich überarbeitet werden, denn diese stellten beim letzten Flug nach wie vor eine Schwachstelle dar.

Zukünftig soll das gesamte Hitzeschutzkonzept überarbeitet werden. Dazu gehört dann nicht nur eine Stärkung der Hitzeschutzkacheln, das Austauschen des Sekundärschutzmaterials unter diesen sondern auch das Versetzen der Fins nach hinten, wo die Hitzebelastung beim Wiedereintritt nicht so groß ist.
16. Juni 2024 – Neue Infos zu Mars-Plänen von SpaceX!
Es gibt neue Informationen von SpaceX wie sie den Mars erreichen wollen und wie sie die erste Basis dort errichten möchten. Das Starship spielt dabei natürlich eine tragende Rolle.
SpaceX hat sich vertraglich verpflichtet, bei der Artemis-Mond-Mission den Lander bereitzustellen. Diese hier gemachten Erfahrungen und entwickelten Techniken sollen auch bei der Landung auf dem Mars eine große Rolle spielen. Sobald SpaceX also mit seinem Lander auf dem Mond landen kann, werden auch die Mars Pläne enorm beschleunigt.
Aufgrund des großen politischen Drucks (Rennen mit China) möchte die NASA bereits 2026 mit der Errichtung einer Basis auf dem Mond beginnen. Somit steht auch SpaceX unter großem Druck die dafür notwendige Landungsinfrastruktur zur Verfügung zu stellen.
Damit dies möglich wird, arbeiten SpaceX, die FAA (Amerikanische Flugaufsicht) und die NASA an einer Optimierung der Prozesse, damit mehr Testflüge stattfinden können. Es steht und fällt eben alles mit einem einsatzfähigen Starship! Die Hardware für weitere Starship Flug Tests wurde längst gebaut und steht zur Verfügung. Hinzu kommt, dass die „Starfactory“ in Boca Chica fast fertiggestellt ist, so dass die Produktionsrate rasant steigen wird. Auch der nächste Flaschenhals, die Startinfrastruktur wird nichmehr lange ein solcher sein, denn derzeit entsteht mit Hochdruck ein zweiter Startturm auf der Starbase.
In der Theorie wird für die erste Mondlandung im Rahmen der Artemis Mission folgendes benötigt:
- SLS Rakete samt Orion Kapsel
- HLS Starship, welches im Orbit betankt werden muss. Für das Betanken werden ca. vier Booster und acht Staships (Version Tanker) benötigt
Hier werden viele Erfahrungen gemacht werden die in laufende Anpassungen münden werden. Trotzdem ist all das nichts im Vergleich zu dem was SpaceX auf dem Mars vorhat.
Bereits drei Jahre nach der ersten HLS-Mission, also bereits in fünf Jahren möchte SpaceX bereits unbemannt mit mehreren Schiffen auf dem roten Planeten landen. Abhängig von der erreichten Erfolgsquote könnten die ersten Menschen dann in sieben bis neun Jahren folgen. Soweit zur „Elon-Time“.
Aber selbst wenn der Zeitplan nicht genau eingehalten wird, so ist durch die Erweiterungen der Produktionskapazitäten, die erreichten Erfahrungen und Prozessoptimierungen und den schnellen, technischen Fortschritt bei SpaceX mit einer Landung auf dem Mars in absehbarer Zeit zu rechnen. Unsere Generation hat eine echte Chance dies mitzuerleben!

Juni 2024 – Starship noch Größer und stärker!
Es ist manchmal wirklich kurios. Während der Rest der Raumfahrt-Welt sich nur noch erschüttert fragt, wie man irgendwie mit dem Starship mithalten kann, kündigt Elon Musk im April 2024 an, dass es eine neue Version (V3) des Starships geben soll, welche noch größer und noch stärker sein soll. Zwischenzeitlich sind nun Details veröffentlicht worden, und die sind gigantisch!
Diese Präsentation zeigte signifikante Änderungen am Starship. Die Wichtigsten sind:
- Sechs Vakuum-Optimierte-Triebwerke am Ship
- Eine erheblich höhere Schubkraft des Boosters
- Eine Gesamthöhe von 150 Metern!!!
- Ein neues „Hot Staging“
Der Super Heavy Booster soll zukünftig 35 statt der derzeitigen 33 Raptor Triebwerke haben, wobei die beiden Zusätzlichen im inneren Ring montiert werden sollen. Der Grund für diese Änderung wurde während des vierten Testflugs sehr deutlich. Der „Landing Burn“ (finale Phase der Landung) wird durch die drei Triebwerke des inneren Rings durchgeführt. Fällt eines oder zwei dieser Triebwerke aus, wird es nahezu unmöglich den Booster sicher zu landen. Dies kann vor allem dann katastrophale Folgen haben, wenn versucht wird den Booster mit den Mechazilla – Fangarmen zu fangen. Somit schaffen zwei zusätzliche Triebwerke mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit. Aber natürlich erhöhen zwei zusätzliche Triebwerke den Schub weiter, auf nun sagenhafte 10503 Tonnen! Dieser enorme Schub wird nicht nur wegen der erhöhten Zahl von Raptoren, sondern auch wegen des Einsatzes stärkerer Raptoren (V3) erreicht. Das „neue“ Starship bekommt also mehr und stärkere Triebwerke!
Doch nicht nur der Booster bekommt zwei weitere Triebwerke. Auch das Ship erhält drei weitere, für das Vakuum optimierte Raptoren, so dass es zukünftig 9 Triebwerke hat.
Damit werden die Grenzen des Starships noch weiter verschoben!

Durch die erheblich größere Gesamtlänge des Starships kann der zusätzlich benötigte Treibstoff locker in den nun größeren Tanks untergebracht werden.
Wir sind gespannt, wann wir dieses „Monster“ das erste Mal fliegen sehen!
Juni 2024 – Starship Flug 4 Analyse
Am 06. Juni 2024 war es soweit! Das Starship hob vom texanischen Boca Chica zu seinem vierten Testflug ab. Nachdem beim dritten Versuch sowohl die Wasserung des Boosters als auch die des Ships gescheitert waren, sind die beiden Ziele heute ganz klar gesetzt: Die Landung (Wasserung) des Boosters und des Ships.
Der Start des Starships verläuft ohne Probleme, auch wenn nach ca. zwei Sekunden eines der 33 Raptor Triebwerke am Booster ausfällt.
Dies scheint aber keine größeren Auswirkung zu haben, denn das Starship erreichte die maximale aerodynamische Belastung (MaxQ) sogar etwas früher als erwartet.
Der Aufstieg verläuft wie aus dem Bilderbuch, so dass in einer Höhe von 67 Kilometern mit dem Hot Staging begonnen werden kann. Dabei werden ein Teil der Raptor-Triebwerke des Boosters heruntergefahren, während die Triebwerke des Ships feuern, so dass sich der Booster mit einem Salto vom Ship lösen. Ausnahmsweise wird der Hot Staging Ring abgeworfen, was in Zukunft nicht mehr passieren wird, da dies der vollständigen Wiederverwertung widerspricht.

Währenddessen werden beim Booster die zehn Triebwerke des mittleren Ringes gezündet, so dass sich dieser wieder aufstellt und auf die geplante Flugbahn Richtung Golf von Mexico einschwenkt. Zu diesem Zeitpunkt befindetsich der Booster in einer Höhe von ca. 109 Kilometern, bevor für ihn der freie Fall zurück zur Erde beginnt. Ca. einen Kilometer über dem Wasser hat Booster11 (B11) immer noch etwas mehr als Schallgeschwindigkeit. Nun laufen die drei Triebwerke in der Mitte und die Triebwerke des mittleren Ringes wieder an. Diese bremsen den Booster so stark ab, dass die Triebwerke im mittleren Ring kurz vor der Wasseroberfläche abgeschaltet werden, und der Booster mit der Kraft der verbliebenen drei Raptoren kurz über dem Wasser schwebt, bevor er darauf aufsetzt und langsam zur Seite kippt. Die Landung des Boosters hat also funktioniert!!!
Inzwischen hat das Ship eine Höhe von 150 Kilometer erreicht und fliegt mit fast 26.000 kmh, nahe der Orbitalgeschwindigkeit.
Ab ca. 45 Minuten nach dem Start kann man das erste Mal am Ship Plasma sehen. Damit beginnt die ca. 20 Minuten lange Wiedereintrittsphase in der es immer heißer wird. Das Plasma wird immer dichter und eine Steuerfläche beginnt, sich durch die große Hitze aufzulösen, förmlich zu schmelzen.
Das Schiff sinkt immer weiter und die stark beschädigte Steuerfläche scheint trotz allem noch zu funktionieren. So kommt es, dass das schon fast unmöglich Geglaubte passiert und das Ship das Flip Manöver einleitet um sich für eine weiche Landung im indischen Ozean auszurichten. Sanft setzt es auf dem Wasser auf und fällt um.
Damit konnte auch das zweite Ziel erreicht werden!!!
Starship kann ab sofort aktiv genutzt werden, auch wenn die Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist. Wir sind schon sehr gespannt ob es beim nächsten Flug bereits Fracht mit sich führen wird.
Der fünfte Start wird wahrscheinlich nicht mehr so lange auf sich warten lassen und vielleicht schon in ca. acht bis zehn Wochen stattfinden.
06. Juni 2024 – IFT3 und IFT4 im direkten Vergleich
Der direkte Vergleich des dritten und vierten Starship-Starts. Die Bilder sind unglaublich!

06. Juni 2024 – IFT4 – Ergebnisse kurz und knapp
Wow, was war das für ein genialer vierter Start des vollintegrierten Starships?
Also vorweg…. der Booster ist erfolgreich im Wasser gelandet und das Ship hat den Wiedereintritt geschafft und ist im Wasser gelandet aber extrem spektakulär. So, wie wir es von SpaceX-Tests gewohnt sind!
Seid gespannt auf die Zusammenfassung von Sirwan…..
Bis dahin der IFT4 kurz und knapp:
Um ca. 14:50 (MEZ) startet das Starship vom texanischen Boca Chica. Der Start verläuft ohne Komplikationen, naja fast…
Einer der Raptoren zündet nicht, aber das hat scheinbar keine Auswirkungen auf dieses Kraftpaket!
Nach ca 4:15 Minuten Flugzeit erfolgt die Stufentrennung, und auch diese gelingt hervorragend.
Der Booster rast zurück Richtung Erde. Eines der großen, heutigen Ziele ist die erfolgreiche Wasserung des Boosters und auch diese gelingt. Dabei entstehen wunderbare Aufnahmen. Freut euch auf das Video Sirwans!
Während dessen fliegt das „Ship“ ruhig und ohne Probleme eine Dreiviertelstunde weiter Richtung Indischer Ozean bevor eine „heiße Phase“, der Wiedereintritt beginnt. Und der wird tatsächlich so heiß, dass einer der Fins unter der heißen Einwirkung des Plasmas fast schmilzt. Aber eben nur fast, denn das Schiff wird langsamer und landet schließlich im Wasser des Indischen Ozeans.
Ok, das war der Starship Start IFT4 ganz kurz und knapp. Freu Dich auf die Zusammenfassung von Sirwan!
06. Juni 2024 – IFT4 (Vierter Starship-Start) –LIVE–
Die Startgenehmigung der FAA ist da! Wenn alles (technisch- und wettertechnisch) wie geplant verläuft, dann wird das Starship am 06. Juni wieder fliegen. Das Startfenster öffnet sich um 14:00 Uhr und ist für ca. zwei Stunden offen. Sirwan wird das natürlich live begleiten! Schaut mit uns, zittert mit uns, lasst euch begeistern!
Das große Ziel heute ist diesmal die Landung des Boosters und die Wasserung des „Ships“.
So sieht der geplante Ablauf aus (Quelle: SpaceX):
Zeit nach Ablauf des Countdowns | Aktion |
---|---|
00:00:02 | Start der Rakete |
00:01:02\t | Max Q (höchste mechanische Belastung) |
00:02:41\t | Super Heavy MECO (die meisten Triebwerke des Super-Heavy-Boosters schalten ab) |
00:02:45\t | Hot Staging (Triebwerke des Starships zünden, Booster wird abgetrennt) |
00:02:49\t | Super Heavy startet die Triebwerke erneut (ca. 1 Minute) |
00:03:54\t | Die Hot Stage wird abgetrennt |
00:06:39\t | Super Heavy ist bis auf Schallgeschwindigkeit abgebremst |
00:06:43\t | Super Heavy zündet Triebwerk vor der Landung |
00:07:04\t | Super Heavy stoppt die Triebwerke, Landung im Wasser |
00:08:23\t | Starship schaltet die Triebwerke ab |
00:47:25\t | Starship tritt in die Erdatmosphäre ein |
01:03:11\t | Starship ist bis auf Schallgeschwindigkeit abgebremst |
01:04:01\t | Starship ist langsamer als der Schall |
01:05:38\t | Starship dreht sich für die Landung |
01:05:43\t | Starship zündet die Triebwerke für die Landung |
01:05:48\t | Starship landet im Indischen Ozean |

Mai 2024 – Der vierte Startversucht des Starships naht
„Starship Flug 4 in etwa 2 Wochen“ schrieb Elon Musk am 20. Mai in den Sozialen Medien, kurz nachdem SpaceX mit dem Starship einen erfolgreichen „wet dress rehearsal“ (eine Art Generalprobe) durchgeführt hatte. Als Hauptziel gab Musk dabei „Die maximale Wiedereintrittshitze zu erreichen“ an. SpaceX scheint also mit seinen Vorbereitungen große Fortschritte zu machen, aber für einen vierten Start muss auch die Freigabe der FAA (Amerikanische Flugaufsicht) erteilt werden.
Kelvin Coleman, stellvertretender FAA-Administrator für kommerziellen Raumtransport sagte Ende April, dass es möglich sei, eine Lizenzänderung im Mai abzuschließen, aber er wollte nicht bestätigen, dass sie bis Ende des Monats fertig sei.
Kathy Lueders, die Geschäftsführerin der Starbase sagte Mitte Mai: „Wir hoffen, die Lizenz bis Ende Mai, Anfang Juni zu erhalten. Am ersten Tag, an dem wir die Lizenz erhalten, werden wir fliegen.“
Interessant waren aber auch die Zahlen die Kathy Lueders rund um die Starbase bekannt gab. Ein kleiner Auszug daraus:
- Täglich arbeiten mehr als 3000 Menschen (sowohl SpaceX-Mitarbeiter als auch Externe) auf der Starbase
- Seit der Grundsteinlegung der Anlage im Jahr 2014 hat SpaceX mehr als 3 Milliarden Dollar in die Infrastruktur der Starbase investiert
- Jährlich investiert SpaceX 1,1 Milliarden Dollar in die Starbase, oder andere Anlagen in Texas
Eine Priorität sei der Bau einer großen Produktionsstätte, der so genannten „Starfactory“, die sich über eine Million Quadratmeter erstreckt und die jetzigen Übergangszelte ersetzen wird.
Gleichzeitig wird auch an einem zweiten Starship Launch Komplex im Kennedy Space Center’s 39A in Florida gearbeitet.
„Wir brauchen zwei Startbereiche, um unser Manifest erfüllen zu können„, sagte Kathy Lueders, insbesondere die Starship-Starts für das NASA-Programm Human Landing System. „Für eine einzige Landung sind 15 Tanker-Starts erforderlich, und diese müssen innerhalb eines bestimmten Zeitraums erfolgen.“ Diese Schätzung von 15 Tanker-Starts liegt über dem, was andere Unternehmensvertreter zuvor angegeben haben, einschließlich einer Schätzung von „etwa zehn“ Starts im Januar.
Es ist einfach unglaublich wie SpaceX diese hohe Schlagzahl über so viele Jahre hinweg aufrecht erhalten und sogar noch ausbauen kann.
April 2024 – Auswertung des dritten Starship-Starts (IFT3)
117 Tage nach dem letzten Testflug, am 14. März 2024 brach ein weiteres Starship, angetrieben von dem gigantischen Super-Heavy Booster zu dem Versuch auf, den Orbit zu erreichen und zahlreiche Tests vorzunehmen.
Um es vorweg zu nehmen, IFT3 war ein voller Erfolg, auch wenn diesmal nicht alle Ziele erreicht werden konnten. Bei dem Start zündeten alle 33 Raptor Triebwerke des Super Heavy Boosters und der Aufstieg erfolgte planmäßig.
Die Trennung des Boosters von der Zweitstufe erfolgte nach Drehbuch und die 6 Raptor Triebwerke der zweiten Stufe wurden erfolgreich gezündet. Die bei TFT2 aufgetretenen Probleme beim „Hot Staging“ konnten nun also behoben werden.
Der Booster „Super Heavy“ führte ein „Flip-Manöver“ durch und startete den „Boost-Back-Burn“ erfolgreich, startete also seine Triebwerke um ihn gezielt zu seinem vorgesehenen Landepunkt in dem Golf von Mexiko zurückzubringen. Nach einer gewissen Zeit wurden die Triebwerke wie geplant ausgeschaltet und die „Grid Fins“ übernahmen die Steuerung des Boosters.
In tieferen Atmosphären-Schichten wurde der Rückflug sehr hektisch. Die drei Landungs-Raptor-Triebwerke zündeten zwar, allerdings fielen zwei von ihnen sofort wieder aus. So konnte der Booster nicht wie geplant sanft im Wasser gelandet werden, sondern wurde noch im Flug zerstört.
Während dieser Zeit hatte das Starship bereits eine Höhe von ca. 144 Kilometer bei einer Geschwindigkeit von etwa 17.000 km/h erreicht. Während seiner Flugphase erreichte das Starship zahlreiche Ziele:
- Öffnen und Schließen seiner Nutzlasttür
- Durchführen des Treibstoff-Transfers als Demonstration für die NASA
Leider geriet es in eine ungeplant starke Rotation um die eigene Achse bevor es mit dem ersten Wiedereintritt seiner Geschichte begann.
Nun verweisen wir Dich auf die atemberaubenden Bilder in dem Video. Hier kannst Du die Hitze die auf das Starship wirkt und zur Plasmabildung führt bewundern. Noch nie gab es solche Bilder davor! Die Übertragung dieser Bilder war nur durch das SpaceX-eigene Starlink Satelliten-Netzwerk möglich.
49 Minuten nach dem Start hat SpaceX dann den Kontakt zum Schiff vollständig verloren.
Wie geht es nun weiter?
SpaceX wird nun intensive Untersuchungen vornehmen und die Ergebnisse der FAA (Amerikanischen Flugaufsicht) zur Verfügung stellen, denn diese muss einen neuen Testflug freigeben.
Das Ziel ist, auf der Basis der gewonnenen Ergebnisse die Mängel zu beheben und zeitnah einen nächsten Testflug zu machen. Dabei sollen die Taktraten der Starts im Laufe des Jahres stark erhöht werden.
Wir freuen uns schon sehr darauf!
April 2024 – Direkter Vergleich IFT1, IFT2 und IFT3
Genieß den direkten Vergleich der drei Starships Starts „IFT1“, „IFT2“ und „IFT3“ in dem wundervollen Video.
Manchmal sind keine Worte notwendig um zu staunen und zu genießen!
Februar 2024 – Das Starship und das Militär
Erneut zeigt das Militär Interesse am Starship! Das US-Department of Defense (DOD) hat angekündigt, dass sie in Zukunft Starships für eigene heikle und unter Umständen gefährliche Missionen in Beschlag nehmen könnten. Das DOD möchte, dass SpaceX modifizierte Starships bereit hält, die bei Bedarf eingesetzt werden können. Sie wollen diese Starships quasi in Eigenregie nutzen, also nicht durch SpaceX betrieben. Es soll eine „Reserve“ von drei Starships vorgehalten werden.
Auch wenn man dieses Vorgehen bereits aus der zivilen Luftfahrt kennt, so besteht natürlich die Gefahr, dass wertvolles Know How weitergegeben werden muss.
Es ist aber nicht das erste Mal, dass das US-Militär Interesse an Starship zeigt. Auch für zukünftige Cargo und Personal Transporte von Punkt zu Punkt auf der Erde könnte es in Zukunft herangezogen werden. Raketen die mit solch hohen Geschwindigkeiten unterwegs sind, können in unter einer Stunde überall auf der Welt sein, ein unglaublich großer, logistischer Vorteil.
Aporopos Militär und SpaceX…. Wusstest Du schon, dass sich das US-Militär eine eigene Starlink Version gesichert hat. Das unter dem Namen Starshield bekannte System basiert auf den Starlink Satelliten, ist aber ein eigenes System, das rein für militärische Zwecke reserviert ist.
Januar 2024 – Starbase Erweiterung auf Eis gelegt
SpaceX möchte seine Starbase in Boca Chica ausbauen. Es geht um die Erweiterung der Werkssstraße sowie den Ausbau des Start- und Testgeländes. Mitte Januar wurde bekannt, dass SpaceX beabsichtigte 193 Hektar Land, also knapp 2 km² neben der Highway 100 gegen etwa 17,4 Hektar an Highway 4 einzutauschen. Obwohl der Antrag schon fast genehmigt wurde, wurde er schließlich doch noch abgelehnt. Es scheint sich um eine politische Entscheidung zu handeln.
Aber zurück zur Starbase… Vor Monaten hat SpaceX damit begonnen, permanenten Gebäude auf der „Massey’s Anlage“ für Tests zu errichten, damit der Highway 4 nicht andauernd gesperrt werden muss. Zwar werden auf den beiden neuen Testpads bisher nur Cryo-Test und noch keine Static Fire Tests durchgeführt, aber das kann sich noch ändern.
Direkt am Startgelände wir die Tankfarm mit Hochdruck erneuert. Dafür werden neue, riesige, weiße Tanks besorgt, herangeschafft und hinter einer neuen, immer größer werdenden Schutzwand installiert.
SpaceX braucht aber einen zweiten Turm, denn nur ein zweiter Turm lässt sinnvolle Versuche den Booster aus der Luft zu fangen zu. Denn sollte der Booster in den Turm krachen und ihn beschädigen, könnte das das gesamte Programm um ein Jahr, oder sogar mehr zurückwerfen. Redundanz ist gefragt!
SpaceX wird bald mit dem Bau eines Parkhauses, eines Einkaufszentrums und eines Restaurants beginnen. Damit wird die Starbase mehr und mehr zu einer eigenständigen Stadt einem richtigen „Gateway to Mars“.
Dezember 2023 – Probleme mit dem Starship Hot Staging
Hot Staging bedeutet, dass die obere Stufe schon zündet während sie eigentlich noch an der unteren Stufe „hängt“. Eigentlich hat das Hot Staging beim zweiten voll integrierten Starship Testflug, (IFT-2), so ausgesehen, als ob alles reibungslos verlaufen wäre, und doch dürfte eben genau dieses Manöver zur Explosion des Booster geführt haben.
Das Hot Staging scheint also richtig „tricky“ zu sein, weshalb sich die Frage stellt, warum es überhaupt notwendig ist. Die Antwort ist aber sehr einfach, denn es geht um Effizienz. Laut Elon Musk spart das Hot Staging ca. 10% der Transportkapazität ein. Bei 150 Tonnen kann man beim Starship also bis zu 15 Tonnen sparen. Außerdem spart man sich den Trennmechanismus und hat keine Gravitationsverluste.
Bei IFT2 scheint es so gewesen zu sein, dass die Triebwerke nicht wie geplant gezündet haben und dies zu einer Kettenreaktion geführt hat. In deren Folge löste sich aufgrund fehlender G-Kräfte der Treibstoff vom Boden des Boosters und verschob sich(eventuell mehrfach) in die Mitte. Damit verlor dieser seine Stabilität und das Unglück nahm seinen Lauf.
Es gibt verschiedene denkbare Lösungen für dieses Problem, auch wenn wir nicht wissen für welche sich SpaceX entscheiden wird, so werden in dem Video spannende Vermutungen angestellt.
November 2023 – Analyse des Starship IFT2
SpaceX hat den zweiten, voll integrierten Starship-Testflug (IFT2) hinter sich und unserer Meinung nach war er ein voller Erfolg! Alle 39 Raptor-Triebwerke haben wie vorgesehen gezündet und auch die Stufentrennung hat reibungslos funktioniert. Das war beim ersten Startversuch noch anders. Sowohl der Booster als auch die Zweitstufe wurden kontrolliert gesprengt.
Noch bis kurz vor dem Start wurde fleißig am Booster und an der Zweistufe gearbeitet. Probleme an den Grid-Fin-Motoren und am Hot Staging Ring wurden beseitigt, so dass für den Start alles bereit war.
Am 18. November 2023 begann schließlich der Contdown und das riesige Starship startete seine atemberaubenden Triebwerke mit lautem Getöse und hob nach 4 bis 5 Sekunden langsam ab. Diesmal war der Raketenstrahl viel sauberer und klarer und diesmal wurden auch keine Betonteile herumgeschleudert. Alle 33 Triebwerke feuerten fehlerfrei und blieben auch an bis zur Stufentrennung (Hot Staging). Das alleine war schon eine große Verbesserung im Vergleich zum ersten Startversuch. Der Aufstieg verlief also, wenn man von ein paar abgefallenen Hitzeschutzkacheln absieht, recht unspektakulär. Ganz so wie es sein soll.
Nach ca. 2:30 Minuten und einer Geschwindigkeit von etwas über 5000 kmh begann das Hot Staging. Das heißt, dass als Erstes 30 der 33 Booster-Triebwerke abgestellt wurden. Dann wurden die drei Haken gelöst, damit sich die Oberstufe vom Booster durch das Feuern ihrer Triebwerke trennen konnte. getrennt werden konnte. Dies gelang fehlerfrei und der Booster und die Oberstufe lösten sich.
Nun begann der Booster seine Triebwerke erneut zu zünden um mit der Landesequenz zu beginnen. Doch dies gelingt nur teilweise und schnell wird ersichtlich, dass immer mehr Triebwerke ausfallen, so dass die automatische Selbstzerstörung aktiviert werden musste.
Die Oberstufe feuerte etwas weniger als weitere Minuten, bis alle sechs Triebwerke abgedreht wurden. Zu diesem Zeitpunkt war das Schiff ungefähr 24000 kmh schnell und befand sich in einer Höhe von ca. 148 Kilometern. Da die Oberstufe zu diesem Zeitpunkt ihre geplante Flugbahn leicht verlassen hat, wird sie durch den automatischen Selbstzerstörungsmechanismus ebenfalls gesprengt.
Wie geht es nun weiter?
Wie nach dem ersten Testflug hat die FAA (amerikanische Flugaufsicht) auch nach dem zweiten Testflug mit Untersuchungen begonnen. Daraus wird es wieder eine Vorgabe von Punkten geben die SpaceX (zusammen mit eigenen festgestellten Optimierungen) verbessern muss. Da dies jedoch erheblich weniger wie nach dem ersten Testflug sein werden, wird der nächste Start voraussichtlich nicht mehr so lange auf sich warten lassen.
November 2023 – Direkter Vergleich IFT1 und IFT2
Hier ist der direkte Vergleich des ersten und zweiten Startversuchs des Starships (IFT1 und IFT2).
Genieß das Video!
September 2023 – Warum das jetzige Starship Design schon veraltet ist
Aufgrund des unglaublichen Tempos mit dem SpaceX die Entwicklung der modernsten und stärksten Rakete der Welt vorantreibt hat es den Anschein, dass es nichts Besseres als das Starship geben kann. Aber das ist nur eine kurze Momentaufnahme, denn SpaceX hat heute bereits Pläne die das aktuelle Starship als eine Art „Grundmodell“ darstellt und bereits veraltet aussehen lassen.
Raptor Triebwerke:
Bis Anfang 2023 kamen für alle Flugtests nur Raptor1-Triebwerke zum Einsatz. Diese hatten bereits eine Leistung die stark genug war das Starship in die Lüfte zu heben. Doch schon beim orbitalen Testflug im April 2023 nutzte SpaceX die neuen Raptor2-Triebwerke. Dieses optimierte Kraftpaket ist aufgeräumter, leichter und für die Massenproduktion optimiert. Doch Raptor2 ist auch um ca. 25% leistungsfähiger. So erzeugt dieses Triebwerk einen Schub von 230 Tonnen! Aber trotzdem arbeiten die Entwickler von SpaceX weiter an noch stärkeren Raptor Triebwerken. Wofür man die braucht? Naja, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie in Zukunft noch viel größere Raumschiffe in den Himmel heben sollen. Aber diese Zusatzpower ermöglicht es SpaceX auch, effizientere und größere Tankerschiffe in den Orbit zu bringen, wo sie die Starsips für weite, energieintensive Missionen mit genug Treibstoff versorgen können.
Größere oder kombinierte Starships:
Immer leistungsfähigere Raptor-Triebwerke ermöglichen es das Starship nicht nur größer werden zu lassen, sondern es können auch Gedankenspiele zu kombinierten Einheiten (ähnlich der Falcon Heavy Rakete) entstehen.
Auf alle Fälle bleit es spannend!
Mai 2023 – Starship Start und warum der Sealaunch derzeit keine Lösung ist
Bereits vor einiger Zeit hat SpaceX zwei Ölbohrplattformen gekauft die als eine Art „Hochsee-Start-Plattform“ (Sealaunch platform) ausgebaut werden sollen. Die Notwendigkeit die Probleme mit der Startanlage zu lösen ist nach den Erfahrungen aus dem ersten Startversuch groß. Da haben die Raptor-Triebwerke des Starships zentnerschwere Betonblöcke wie Kieselsteine fliegen lassen und das Startpad bis auf viele Meter Tiefe zerstört. Aber sind die Ölplattformen wirklich die Lösung für diese Probleme?
Die Idee, einen Start auf hoher See (sea-launch) zu wagen ist nicht neu. Selbst die NASA hatte mit der „Sea-Dragon“, einer etwa 150m langen und 27m breiten Riesenrakete ein konkretes Projekt für das der Start auf hoher See geplant war. Die Idee war damals, die Riesenrakete auf einer Schiffswerft zu bauen, die Erst- und Zweitstufe im Wasser zusammen zu bauen und sie dann zum Start auf die hohe See zu schleppen. Ballast Tanks der Erststufe sollten erst ca. 50 Kilometer vor der Küste gefüllt werden und die Rakete damit im Wasser zum Start aufrecht stellen, so dass nur noch die Spitze der Rakete aus dem Wasser ragt. Für den Start aus dem Wasser heraus hätte es keine Startplattform benötigt, denn Hilfstriebwerke auf der Seite der Sea-Dragon hätten sie beim Start stabilisieren sollen. Doch dieses Projekt wurde nicht in die Tat umgesetzt
Das erfolgreichste Projekt dieser Art war wohl „Sea Launch“ mit der Zenit-Rakete, eine Kooperation aus den Norwegen, USA, Russland und der Ukraine. Zwischen 1999 und 2014 starteten sie etwa 36 Raketen, bevor das Projekt wieder aus vielfältigen Gründen eingestellt wurde.
Auch China testet mit gleich mehreren Startplattformen auf hoher See das Konzept der Raketenstarts auf hoher See. Und selbst Deutschland versucht mit der „GOSA“ einen Startplatz für Raketen auf einem Schiff in der Nordsee einzurichten.
Doch zurück zu den Hochsee-Startplattformen (Bohrinseln) „Phobos“ und „Demos“ on SpaceX…
Eine der beiden Plattformen wurde bereits von SpaceX von allem befreit was nicht notwendig für eine Raketen-Platfform ist, und dann wurden sie überraschend beide verkauft. Als Grund nannte man damals, dass die beiden Plattformen „nicht das Richtige für die Ambitionen von SpaceX“ wären. Bestimmt hat man da schon eigene, spezifischere Ideen bei SpaceX.
Auch wenn SpaceX sich nicht offiziell zu den Problemen mit den beiden Startplattformen geäußert hat, könnten die folgenden Probleme entscheidend für den Verkauf gewesen sein:
- Die Macht der gezündeten Raptor-Triebwerke würde das Wasser direkt unter dem Schiff kochen, was sowohl negative Auswirkungen auf die Tierwelt in der unmittelbaren Umgebung hätte, auch würde sich die Dichte des kochenden Salzwassers direkt unter dem Schiff verändern und damit unvorhersehbare Unregelmäßigkeiten hervorrufen.
- Es wäre außerdem sehr schwer die benötigte Menge an Treibstoff für den Start herbeizuschaffen
- Baut man einen „Flame Diverter“ ein, so könnte die Wucht bei dem Start die stehende Plattform in Bewegung versetzen und damit weitere Unregelmäßigkeiten hervorrufen.
Diese beispielhaften Punkte zeigen schon, dass wir in naher Zukunft eher nicht mit einer Startplattform für das Starship auf hoher See rechnen können. Trotzdem wird SpaceX zu gegebener Zeit mit Sicherheit auf diese Idee zurückgreifen und sie mit der ganzen, ihnen zur Verfügung stehenden Kraft, realisieren.
April 2023 – Analyse des ersten, vollintegrierten Starship Starts (IFT1)
Am 20. April 2023 war es endlich soweit. Der erste Start des Starships als integriertes System aus Erst- und Zweistufe fand statt. Über vier Minuten erhob sich die bisher mächtigste Rakete aller Zeiten in den Himmel, bevor sie durch das Flugabbruchsystem zerstört werden musste. Aber was genau ist passiert?
Nachdem der Countdown heruntergezählt ist hebt das vollständige Starship das erste Mal in seiner Geschichte von seinem Startturm auf der Starbase ab. Aus geeigneter Kameraperspektive kann man schnell sehen, dass es nicht ganz gerade abhebt, sondern leicht zur Seite kippt. Dies kann geplant sein, aber es kann auch darauf zurückzuführen sein, dass drei der 33 Raptor Triebwerke nicht gezündet haben und somit eine leichte Assymetrie entstanden ist.
Nach ca. 28 Sekunden nach dem Start bricht die außen angebrachte Hydraulikaggregatsabdeckung ab und schon bald brennt die darunter liegende Gerätschaft durch. Das unter dieser Abdeckung liegende Hydraulikaggregat ist für die Steuerung zuständig, was im Folgenden noch wichtig werden wird. Im weiteren Verlauf des Fluges fallen weitere Raptor-Triebwerke aus. So waren nach ca. einer Minute Flugzeit bereits sechs der 33 Triebwerke ausgefallen und man konnte einen Brand im Triebwerksraum erkennen. Durch de verminderten Schub konnte „MaxQ“ (der Punkt an dem die größten Kräfte auf die Rakete wirken) erst ca. 20 Sekunden später als geplant, also nach 79 Sekunden erreicht werden.
Nach knapp zwei Minuten fallen weitere Triebwerke aus und die Rakete taumelt in eine horizontale Position. Eventuell konnte die Rakete die Kontrolle aufgrund des zerstörten Hydraulikaggregats zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zurückgewinnen.
Die Bodenkontrolle aktivierte das Flugabbruchsystem erst viele Sekunden später. Zum einen wird so weiterer Treibstoff verbrannt und kann bei dem Abbruch nicht explodieren, zum anderen sammeln die installierten Sensoren weiterhin wertvolle Daten.
Nach 3:59 Minuten wurde dann das FTS (Flugabbruchsystem) aktiviert und die Rakete gesprengt.
Am Boden haben die rohen Kräfte der Raptoren beim Start Zentner schwere Betonbrocken aus dem Startpad gelöst und hunderte Meter weit geschleudert. Im Boden klafft ein dutzende Meter tiefes Loch, welches diese gigantischen Kräfte ausgehoben haben. Hier ist dringender Handlungsbedarf angesagt. Diese Betonbrocken könnten auch einer der Gründe sein, warum schon beim Start drei der Raptoren ausgefallen sind.
Es kann ein gemischtes Fazit gezogen werden. Das Starship ist abgehoben und dabei wurde viele Ziele erreicht. Dieser Startversuch hat aber auch die Mängel ganz klar aufgezeigt. Nun ist Analyse und Optimierung angesagt. Es wird sicherlich eine abzubauende Mängelliste der amerikanischen Flugaufsicht FAA geben, bevor das Starship dann zu seinem zweiten Flugversuch aufbrechen wird.
Wir freuen uns darauf!
20. April 2023 – Erster Starship Start (IFT 1)
Einfach nur genießen! Das war ein besonderes Ereignis in der Raumfahrtgeschichte.
Januar 2023 – Starship auf der Zielgeraden zum ersten Flug?
Das Starship befindet sich auf der Zielgeraden zum ersten, vollintegrierten Start! Für uns Weltraumbegeisterte waren die letzten Jahre wahnsinnig spannend, denn das Starship Programm (und das Ziel den Mars zu besuchen) ist das wohl größte und spannendste Unterfangen, seitdem wir Menschen begonnen haben nach den Sternen zu greifen.
Doch die „heiße Phase“ beginnt jetzt, denn der erste Starship Orbitalflug ist scheinbar zum Greifen nahe.
Die Fakten:
Am 23. Januar hat SpaceX ein WDR (Wet-Dress-Rehearsal) durchgeführt. Das heißt, dass das komplett zusammengesetzte Starship (Booster+Ship) voll mit Treibstoff betankt wurden und dann geschaut wurde ob alles dicht ist und alle Komponenten (einschließlich den Bodenanlagen) miteinander harmonieren. SpaceX schien zufrieden mit den Ergebnissen zu sein. Im Anschluss wurde S24 wieder vom Booster getrennt und in den „Rocket Garden“ gebracht, damit der Booster seinen Static Fire Test absolvieren kann.
Doch es gibt vor einem potentiellen Start auch noch Einiges zu tun. So fehlen z.B. noch eine Menge Hitzeschutzkacheln. Auch so mache Luke die als Arbeitserleichterung im Ship sind, müssen noch zugeschweißt werden. Und dann muss der Booster natürlich noch seinen Static Fire Test absolvieren. Erst danach wird das Ship wieder auf den Booster gesetzt.
Funktioniert das alles einwandfrei und kommt die Startlizenz der FAA (Amerikanische Flugaufsicht) bald, ist ein erster Start nah.